Ziel 5: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

„Geschlechtergleichheit gibt es doch schon längst“, will einem oft manch so einer erzählen. „Die ist schon lange kein Problem mehr.“ Ist sie nicht? Ist sie doch! Tatsächlich gibt trotz vieler Fortschritte in der Gleichberechtigung von Frau und Mann noch immer vieles, das getan werden muss. So klafft die Gehaltsschere immer noch deutlich auseinander: Für jeden Dollar, den ein Mann verdient, verdient eine Frau mit 0,77$ nur etwas mehr als drei Viertel davon. Ebenfalls ein großes Problem ist die Tatsache, dass viele Frauen nicht über sich selbst oder ihren eigenen Körper bestimmen dürfen: Etwa 750 Millionen Frauen und Mädchen, die derzeit auf der Erde leben, wurden noch vor ihrem achtzehnten Geburtstag verheiratet. Auch die momentane Debatte über Abtreibung in Alabama demonstriert, dass das Selbstbestimmungsrecht von Frauen vielerorts noch immer skrupellos in Frage gestellt wird.

Theoretisch lässt sich das, was die UN-Mitgliedsstaaten mit Ziel 5 erreichen wollen, in einem einzigen Satz zusammenfassen: Die Diskriminierung von Mädchen und Frauen soll weltweit in allen Formen beendet werden. Eigentlich eine ziemlich einfache Anweisung, an der sich die Staaten orientieren können, oder?

Nicht ganz, denn Diskriminierung tritt in vielen unterschiedlichen Variationen auf, die sich nicht immer mit der Einführung einer Frauenquote lösen lassen, wie es etwa im Berufsleben der Fall ist. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist zum Beispiel ein solches Problem, das sich nicht an allen Orten der Welt gleich einfach aus der Welt schaffen lässt: In vielen Regionen werden Frauen weniger wie Personen, sondern mehr wie Objekte behandelt. Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung existieren nach wie vor noch  – damit soll jetzt aber laut Ziel 5 Schluss sein.

Schädliche Praktiken – also Kinderheirat, Zwangsheirat oder Genitalverstümmelung – sollen in Zukunft ebenfalls nicht mehr stattfinden. Um noch einmal auf die Abtreibung zurückzukommen, auch dieses Thema fällt unter Ziel 5: Allen Frauen soll der Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, aber auch zu reproduktiven Rechten möglich sein.

Schlussendlich beschäftigt  sich Ziel 5 auch mit Frauen im Berufsleben – dort sollen diese nämlich ohne Einschränkungen exakt dieselben Chancen auf Führungspositionen und dasselbe Mitspracherecht bei Entscheidungen haben, wie ihre männlichen Kollegen.

Ziemlich schnell haben die UN-Mitgliedsstaaten erkannt, dass die Geschlechtergleichstellung nicht nur eine Frage der Gleichberechtigung ist, sondern auf Dauer auch der Gesellschaft zu mehr Wohlstand verhelfen kann und wird. Die vermehrte Emanzipation von Frauen erweist sich als wichtige Stütze dabei, auch andere Ziele zu erreichen: Die weltweite Armut zu beenden und ein erfolgreiches Wirtschaftswachstum zu erzielen ist nur dann möglich, wenn Frauen dabei ebenso wichtige Rollen zukommen, wie Männern.

Während die Diskriminierung von Frauen im Gesetz bereits beendet wurde, hapert es noch an systemischen und strukturellen Veränderungen. Eine Organisation, die sich beispielsweise stark für die Emanzipation von Frauen in allen Teilen der Welt einsetzt, ist UN Women. Gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Gruppen bietet UN Women Projekte an, die Frauen beim Erwerb von Kommunikationsfähigkeit, Führungsqualität und anderen nützlichen Fähigkeiten unterstützen. Auf diesem Weg erhalten Frauenbewegungen mehr Möglichkeiten, um Einfluss auf Politik und Regierungsprozesse ausüben zu können.

https://www.undp.org/content/undp/en/home/sustainable-development-goals/goal-5-gender-equality.html

http://www.fairstyria.at/cms/dokumente/12414782_28693792/b34175e0/Agenda_2030_UN-Beschluss.pdf

https://www.sdgindex.org/assets/files/2018/01%20SDGS%20G20%20Summary%202018%20WEB%20V6%20110918.pdf

https://www.sdgwatch.at/de/ueber-sdgs/5-geschlechtergleichstellung/

https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/16673HLPF_2017_Presidents_summary.pdf

http://www.unwomen.org/en/what-we-do/leadership-and-political-participation/womens-movements

Beitragsbild: ©United Nations [Public domain], gefunden auf Wikimedia Commons

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