Andritz: über Sportvielfalt, interessante Verkehrsideen und dringende Bedürfnisse

In welchem Bezirk in Graz kann man quasi fast das ganze Alphabet durch-sporteln?

Angefangen bei A wie “angloamerikanische Sportarten” (dazu gehören B wie Baseball und C wie Cricket) über F wie Fußball, G wie Golf, K wie Kanu-fahren-auf-der-Mur und Klettergarten, M wie Mountainbiken auf offizieller Strecke, R wie Reiten und Radfahren bis hin zu S wie Spazieren und Schwimmen, T wie Tennis, W wie Walking und Y wie Yoga.

Zugegeben, einige Sportarten davon sind auch in anderen Bezirken von Graz möglich. Trotzdem ist der Bezirksvorsteher von Andritz, Herr Obenaus, berechtigter Weise stolz auf dieses Angebot in dem Bezirk, den er seit bereits 16 Jahren in dieser Position begleitet. Somit verwundert es auch nicht, dass er als allererstes Lieblingsplatzerl den GAK – Grazer Athletiksport-Klub in Weinzödl nennt. Dieser Verein wurde bereits 1902 gegründet und an einem damaligen noch sehr prominenten Tag im August (des Kaisers Geburtstag!!) fand das erste Fußballtraining statt. In diesem Zusammenhang noch ein interessanter Fakt: erst 1893 bringt ein Medizinstudent den Fußballsport von Prag nach Graz.

Ein weiteres Lieblingsplatzerl von ihm ist leider Geschichte, weil endgültig geschlossen. Im Hinblick auf den Namen dieser einst sehr gemütlichen Gaststätte mutet das direkt etwas sonderbar an, handelt es sich doch um “Das Himmelreich” auf der Platte. Skurillerweise steht die Gaststätte auf Andritzer Boden und die Terrasse befindet sich bereits in Mariatrost.

Apropos gemütliche Gaststätte: mit meiner zweiten Interviewpartnerin, Frau Mag. Karin Rath, treffe ich mich in der Greißlerei “De Merin”. Fast noch am Andritzer Hauptplatz, kurz vor der Post kann man nicht nur extrem gemütlich sitzen und plaudern, sondern z.B. auch einen cheese-cake genießen, der an Fluffigkeit nicht zu übertreffen ist (und eigentlich absolut dazu motiviert, auch noch die anderen Köstlichkeiten zu probieren).

Und nachdem Liebe durch den Magen geht, nennt mir Frau Mag. Rath noch ein Restaurant als Lieblingsplatzerl und wendet sich damit an alle Risotto-Fans: das Lokal “La Botte” , ein von einem Kroaten geführtes, italienisches Eßlokal ist sogar mit dem Bus (52er) erreichbar.

Womit wir bei einem Thema sind, das für meine beiden InterviewpartnerInnen von Bedeutung ist: der Verkehr.

Herr Landeshauptmann Schützenhöfer wird zur Fleischweihe “kutschiert”.

Während Frau Mag. Rath überzeugte Kein-Auto-Besitzerin ist und sich in ganz Graz mit dem Rad fortbewegt, spricht Herr Bezirksvorsteher von einem Verkehrskollaps, der mitunter zu kreativ-lustigen Ideen aus der Bevölkerung führt. So hat seine Frau die Idee, eine Einbahnregelung je nach Bedarf umzudrehen, was mehr oder weniger als nicht ganz ernst zu nehmende Idee abgetan wird, bis….. ja, bis sie bei einer Reise nach Hamburg exakt dieses Konzept tatsächlich entdecken. Da gibt es Straßen, die morgens in die eine und nachmittags in die andere Richtung zu befahren sind – situationselastisch halt.

Herr BV Obenaus hat aber noch ein anderes, nicht ganz alltägliches Verkehrsmittel in Gebrauch. Zumindest einmal im Jahr kurvt er mit satten 15 PS auf einem grünen Traktor durch Andritz, oft sogar mit prominenten Fahrgästen.

Mit einer Thematik der ganz anderen Art beschäftigt sich Frau Mag. Rath, die nicht nur auf der Pädagogischen Hochschule in der LehrerInnenausbildung tätig ist, sondern auch als Obfrau dem Verein inspire-thinking vorsteht. Der Verein inspire-thinking versucht in diesem Projekt ganz bewusst auf die Bedürfnisse hochbetagter Menschen einzugehen. Die Kurz-Beschreibung “Häusltour” mag vielleicht lustig-skurril klingen, allerdings steckt ein ernstes Interesse dahinter. Es geht nämlich darum, die Versorgungslage mit öffentlichen Toiletten zu eruieren. Auf die Idee gebracht hat sie die Situation ihrer Mutter, die sich – stark gehbehindert – bei jedem Gang außer Haus gleich mit überlegen muss, wo sie eventuell auf die Toilette gehen kann. In Andritz gibt es ein öffentliches WC am Hauptplatz, besonders freundlich sind die Firmen Möbelix (wo die Toilette sogar barrierefrei ist) und das Hendleck, die ein Dixi Klo zur Verfügung stellen. In ganz Graz hat sie herausgefunden, sei es z.B. für weibliche Fahrerinnen der Grazer Linien nicht immer selbstverständlich, Zugang zu einer WC-Anlage zu haben.

 

 

 

 

 

 

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