Sekten: Wie kann man Menschen helfen, die in die Fänge einer Sekte geraten sind? 1/2

Jemanden an eine Sekte zu verlieren, kann ein sehr schmerzhafter Prozess sein. Zunächst freut man sich möglicherweise noch mit der betroffenen Person, weil diese seit ihrem Beitritt zu einer Gemeinschaft dauerhaft gut gelaunt zu sein scheint. Dann aber wird es immer seltsamer. Treffen werden abgesagt, weil dem oder der Betroffenen etwas Wichtiges dazwischengekommen ist, meist in Zusammenhang mit der langsam doch etwas suspekt erscheinenden Gruppe. Schließlich schottet die Person sich vollkommen ab und man hat das Gefühl, überhaupt nicht mehr zu ihr durchzudringen.

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Nachfragen kann vorbeugen

Zwischenmenschliche Kommunikation hat ihre Tücken. Sie ist fehleranfällig, funktioniert nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Da werden Dinge missverstanden, anders interpretiert, in einen völlig neuen Kontext gesetzt. Und das, obwohl wir als Senderinnen oder Sender meist glauben, uns deutlich, ja unmissverständlich ausgedrückt zu haben. Irgendwo, am Weg, zwischen uns und der nachrichtempfangenden Person gehen immer wieder Informationen verloren oder aber werden fälschlicherweise hinzugefügt. Und das meist völlig unbeabsichtigt. Je nach Tagesverfassung, Laune, Müdigkeitsgrad oder Stresslevel können die Dinge anders interpretiert werden. Aber auch unsere eigene Mimik, Gestik, unsere Stimme spielen beim Sprechen eine große Rolle, können der Nachricht eine völlig neue Bedeutung geben. „Wie bitte?“ ist nicht gleich „wie bitte?“. Es ist also nicht immer einfach. Weder für die Sprechenden, noch für all jene, die auf der anderen Seite stehen.

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Schweigen hilft nicht immer.

Wie oft haben wir ihn gehört, irgendwann verinnerlicht, später vielleicht sogar selbst gepredigt? Omas Lieblingsspruch, der Leitsatz vieler Professorinnen und Professoren und bestimmt auch eine von Knigges wichtigsten Verhaltensregeln – Reden ist Silber. Schweigen jedoch Gold. Eine Annahme, wonach das Stillsein im Umgang mit anderen besser wäre, einen höheren Stellenwert besäße, uns weiter brächte, als das andauernde Diskutieren, das viele Reden und ständige Mundaufmachen. Es ist ein Sprichwort, das uns seit jeher begleitet. Ein Leitsatz, der die Gesellschaft in der einen oder anderen Weise geprägt hat, jedoch nicht immer hilfreich war und es auch heute nicht ist. » Weiterlesen