Indigene Völker und Pandemien – ein unrühmliche Geschichte

Wie bereits im letzten Beitrag berichtet, stellt das Coronavirus vor allem für indigene Völker eine große Bedrohung dar. Dies ist allerdings bei weitem kein neuartiges Phänomen: Bereits zu Zeiten des Kolonialismus, vor allem um das 19. Jahrhundert, hatten diese immer wieder mit Krankheiten zu kämpfen, die die Einwanderer mit sich brachten. Nicht nur das, teilweise mussten indigene Völker sogar als Versuchskaninchen herhalten, etwa für Missionare, die an ihnen Medikamente erprobten. Unter anderem als Resultat dieser Erfahrungen reagieren nun also viele indigenen Völker auf der Welt feindlich auf Annäherungsversuche von außerhalb.

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Indigene Völker: Die Ogoni

Das Nigerdelta in Nigeria ist Ogoniland. 70.000 Quadratkilometer ehemaliges Paradies – Heimat von 1,5 Millionen Ogoni. Es war eines der größten Mangroven-Ökosysteme der Welt, beherbergte unzählige Arten von Tieren und Pflanzen. Die Menschen lebten vom Fischfang, Sammeln und Jagen. Von der Landwirtschaft. Heute kaum noch vorstellbar. Ein gigantisches Pipelinenetz zieht sich durch das Gebiet. Der Boden ist verseucht, das Wasser vergiftet, die Luft von pechschwarzen Rauchschwaden durchzogen. Ogoniland ist Ölland und macht Nigeria so zum größten Erdölproduzenten des Kontinents. Konzerne wie Eni oder Shell profitieren. Die Regierung auch. Immerhin basieren heute 80 Prozent des Staatshaushaltes auf den Einnahmen der Ölförderung. Vom Ressourcenreichtum ihres Landes profitiert die Bevölkerung jedoch kaum. Rund 70 Prozent leben unterhalb der Armutsgrenze. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt gerade einmal 42 Jahre. Viele leiden unter chronischen. Atemwegserkrankungen. Vor allem Schwangere und Kinder sind betroffen. » Weiterlesen

Indigene Völker: Die Rarámuri

Seit 2007 gibt es sie also. Die United Nation Declaration on the Rights of Indigenous Peoples – eine Vereinbarung, die den weltweit etwa 6.000 indigenen Völkern mit mindestens 450 Millionen Angehörigen eine bessere Stellung im internationalen Recht gewährleisten soll. Gleichstellung, das Recht auf Selbstbestimmung und Teilhabe an Entscheidungen aller Art sind in der Deklaration fest verankert. » Weiterlesen

Indigene Völker: Rechte, die mit Füßen getreten werden

Sie würden abgeschottet, fernab der Zivilisation leben, sich mit Lianen von Baum zu Baum schwingen, mit Pfeil und Bogen durch die Wälder huschen. Naturverbunden – die Edlen Wilden eben. Zu Kolumbus Zeiten waren die Indigenen Völker zwar als Menschen anerkannt, politische oder gar wirtschaftliche Rechte sprach man ihnen dennoch ab – ein Freibrief für Ungleichbehandlung, Unterdrückung, oder kulturelle, physische Ausrottung. Ein Freibrief, der auch heute noch seine Gültigkeit zu haben scheint. » Weiterlesen