Nein ist nein

Bedingungslos. Ohne Ausnahme. Auch wenn es manchmal zaghaft, unsicher, ja vielleicht sogar leise ausgesprochen wird. Das berühmte Wort mit den vier Buchstaben besitzt auch dann noch seine Gültigkeit. Es ist ein Begriff, der Grenzen setzt, Ablehnung zum Ausdruck bringt, aber auch die eigenen Vorstellungen, Wünsche und Ziele absteckt. Ein Terminus, der durchaus polarisiert und vor allem in der Erwachsenenwelt mehr und mehr an Popularität einbüßt, stattdessen Seltenheitswert gewinnt. » Weiterlesen

Das Internet vergisst nicht

Nacktbilder. Babyfotos. Geständnisse. Beschimpfungen. Harte Worte. Auf Facebook, Instagram, Snapchat und Co. tummelt sich so allerhand. Menschen, die von der Toilette aus, in die Kamera sprechen, fragwürdige Dinge vermarkten, andere beleidigen, diskriminieren, Fotos teilen, die nicht ihr Eigen sind. Es gibt Nichts, was es nicht gibt. Und es scheint, als hätte uns das Internet nach und nach impulsiver, leichtfertiger werden lassen. » Weiterlesen

Nachfragen kann vorbeugen

Zwischenmenschliche Kommunikation hat ihre Tücken. Sie ist fehleranfällig, funktioniert nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Da werden Dinge missverstanden, anders interpretiert, in einen völlig neuen Kontext gesetzt. Und das, obwohl wir als Senderinnen oder Sender meist glauben, uns deutlich, ja unmissverständlich ausgedrückt zu haben. Irgendwo, am Weg, zwischen uns und der nachrichtempfangenden Person gehen immer wieder Informationen verloren oder aber werden fälschlicherweise hinzugefügt. Und das meist völlig unbeabsichtigt. Je nach Tagesverfassung, Laune, Müdigkeitsgrad oder Stresslevel können die Dinge anders interpretiert werden. Aber auch unsere eigene Mimik, Gestik, unsere Stimme spielen beim Sprechen eine große Rolle, können der Nachricht eine völlig neue Bedeutung geben. „Wie bitte?“ ist nicht gleich „wie bitte?“. Es ist also nicht immer einfach. Weder für die Sprechenden, noch für all jene, die auf der anderen Seite stehen.

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Schau’ hin, nicht weg!

Auch das Hinsehen braucht Übung. In einer Welt, in der täglich mehrere tausend Werbebotschaften auf uns einprasseln, das Handy ein fixer Bestandteil unseres Lebens ist und wir durchschnittlich alle 18 Minuten online gehen, kann es anfangs schwerfallen, den Blick von alledem abzuwenden. Wir haben verlernt, einfach nur da zu sitzen, unsere Umgebung genau zu beobachten. Doch exakt das braucht die Zivilcourage – Aufmerksamkeit und den Mut, einzugreifen. Von alleine kommt das alles nicht. Es bedarf Übung, muss wie ein Muskel immer und immer wieder trainiert werden. Schritt für Schritt. Und genau dafür folgt hier nun eine kleine Anleitung, ein Vorschlag, wie Zivilcourage funktionieren könnte. » Weiterlesen

Mehr Köpfchen, weniger Muskelspiel

Sie muss nicht immer groß, laut sein. Auf den Titelseiten der Tageszeitungen erscheinen oder aber mit gewaltbedrohten Menschen zu tun haben. Zivilcourage kann auch im Kleinen, eher Unscheinbaren stattfinden. Einfache Gesten, das Unterstützen von Menschen, die gerade in dem Moment auf Hilfe angewiesen sind – auch das ist Zivilcourage.

Vier Mal Geschichte. Vier Mal kleiner Mut.
Es ist Anfang Oktober. Studienbeginn. In dem großen Vorlesungssaal wird es still. Während manche noch nach Laptop, Papier und Stift kramen, beginnt der Vortragende ganz unten, hinter dem Pult mit seinem Vortrag. Nach Folie vier der inhaltsastigen Präsentation erhebt sich zögernd eine Hand aus der Menge. Der Professor scheint zu beschäftigt, um sie zu bemerken, ignoriert den nach oben gestreckten Arm noch eine ganze Weile. Dann, endlich, blickt er auf, überdreht kaum merkbar die Augen, bevor er sich mit theatralischem Seufzer der Frage annimmt. Als diese ausgesprochen ist, verzieht er die Miene, schnalzt unüberhörbar mit der Zunge bevor er antwortet. Es wäre das dümmste, das ihm je zu Ohren gekommen sei und er verstehe nicht, wie es jemand mit derart wenig Verstand auf die Universität geschafft haben konnte. Er wäre entsetzt und würde die Frage, die im Übrigen wohl niemand sonst habe stellen müssen, nun ignorieren, die Vorlesung fortsetzen. Ein paar Studierende kichern, andere blicken betreten zu Boden. Aber niemand greift ein. Da ist keine, die aufsteht, den Professor um Mäßigung bittet, keiner, der die Stimme erhebt. Niemand macht den Mund auf. » Weiterlesen

Hilfe braucht Hilfe

Eine Straßenbahn. Irgendwo in Graz. Es ist Nachmittag. Nach-Hause-Fahrzeit. Auf einem Viererplatz hocken Kinder. Sie unterhalten sich. Kichern in normaler Gesprächslautstärke. Zwei Reihen weiter sitzt eine Frau. Sie beobachtet die Gruppe mit grimmigem Ausdruck. Ihr Gesicht verzerrt sich mit jedem Wort, jedem Lachen, das zu ihr herüber dringt. Als eines der Mädchen ein weiteres Mal kichert, dreht sie sich ruckartig um. Sie bebt vor Zorn. Ob sie sich nicht endlich zusammenreißen, still und artig sein könnten, die “bleden Gfraster, die depperten Trutschen!”. Die Mädchen wären schließlich nicht alleine auf dieser Welt, würden hier allen tierisch auf die Nerven gehen. Sie hätte die Szenerie nun lange genug ertragen müssen, sähe nicht ein, weshalb die Jugend derart rücksichtslos mit ihr umgehe. Die Mädchen erstarren. Erschrocken blicken sie der Frau entgegen, die gerade zu einer weiteren Schimpftirade ausholt. In der Straßenbahn ist es still geworden. Die Einen blicken betreten zu Boden. Andere halten ihre Smartphones in der Hand, tun so, als hätten sie gerade wichtige Mails zu verfassen. Die Einzige, die nun wirklich laut ist, ist sie. Die Frau, die mit hochrotem Kopf wild gestikulierend Respekt und gutes Benehmen einfordert.  » Weiterlesen

Misch’ dich ein, aber nicht auf

Courage ist Französisch und steht für Mut oder Beherztheit. Ganz gleich, ob man sich seinen Freunden in den Weg stellt, das erste Mal einen Baum erklimmt oder aber Fremde auf der Straße um Auskunft bittet – Mut kann viele Gestalten annehmen. Laute, auffallende, nach Aufmerksamkeit schreiende. Aber auch leise, zurückhaltende.

“Es erfordert viel Mut, sich seinen Feinden in den Weg zu stellen, aber noch mehr, sich seinen Freunden in den Weg zu stellen.” – Albus Dumbledore

Zu den stilleren zählt die Zivilcourage, der sogenannte Bürgermut – sich für jemanden einsetzen, sie vor Angriffen schützen, ihn gegen ungerechtes Behandeln verteidigen. Dafür braucht es Aufmerksamkeit. Wachsame Augen. Offene Ohren. Anders würde man sie nicht sehen. Die Beleidigungen, Hänseleien, das aktive Ausgrenzen, das Schubsen, die Schläge. Es ist nämlich gleichgültig, ob jemand verbal, mit Worten, psychisch oder aber durch physische Gewalt zu Schaden kommt. Es geht nicht nur um die buchstäbliche Faust auf der Nase, auch Worte, Gesten können verletzen. Wahrnehmen ist ein erster Schritt. Erst dann kann eingegriffen werden. Doch genau hier hapert es.  » Weiterlesen

Ohne Beziehung ist vieles schwieriger

Beziehungsaufbau ist wichtig. Ganz gleich, ob im Büro, auf der Baustelle, in der Nachbarschaft oder im Sportverein. Im alltäglichen Zusammenleben fällt vieles leichter, wenn man einander kennt, vielleicht auch einschätzen kann; wenn im oft so hektischen Alltag neben fachlichen Problemstellungen oder kognitiven Lerninhalten auch persönliche Dinge einen Platz finden. Aufmerksam zuhören, ehrliches Interesse zeigen, hier und da auch mal nachfragen, sich ein Stück weit verletzlich zeigen – Kleinigkeiten, die meist Großes bewirken können. » Weiterlesen