Parkplätze – die Spielplätze 2.0?

Parkplätze sind Gefahrenzonen – besonders, wenn Wohnsiedlungen in der Nähe sind. Das und andere Aussagen dieser Art wurden mir in der Fahrschule mit besonderer Nachdrücklichkeit eingetrichtert. Aber warum ausgerechnet Parkplätze? Was soll da denn schon groß passieren, wenn man mit gefühlten 5km/h langsam auf die Parklücke zurollt?

Grundsätzlich nicht viel. Bis die kleine Susi beschließt, dass sie ausgerechnet jetzt in der Mitte der Einfahrt ein Kreidekunstwerk aufmalen will. Und wenn sich Susi, die mit ihren 110cm im Stehen gerade noch größer als der Nachbarshund ist, hinsetzt, dann übersieht man die junge Künstlerin schneller als gedacht.

Auch Susis Nachbar Tobias nutzt den Parkplatz vorm Haus gerne, um mit seinen gleichaltrigen Freunden Fußball zu spielen. Aber gerade dafür ist ein Parkplatz nicht unbedingt der allerbeste Ort. Läuft Tobias eifrig wie ein junger Welpe dem Fußball nach und übersieht dabei ein herannahendes Auto, ist im schlimmsten Fall nicht nur der Ball darunter.

Seien wir jetzt einmal ehrlich – Parkplätze sind sehr verlockend für Kinder (aber auch für ihre müden Eltern, die keine Viertelstunde bis zum nächsten Spielplatz spazieren möchten). Sei es nun, weil der eigentliche Spielplatz etwas zu weit von der Wohnanlage entfernt ist, oder weil sich der Asphalt einfach besser für Kreidezeichnungen eignet, als irgendeine andere Grundlage.

 

Was also tun, um dem Schlimmsten zumindest so gut wie möglich vorzubeugen? Ich kenne eine Siedlung, in der es möglich ist einen Teil des Parkplatzes zu mieten, um diesen dann spielenden Kindern zu überlassen. Mit Verkehrshütchen lässt sich dort ein kleiner Platz für Kinder eingrenzen, damit Autofahrer rechtzeitig ihr Tempo drosseln und ihre Aufmerksamkeit steigern. Da es aber vermutlich nicht viele solcher Siedlungen gibt, stellt sich die Frage was tun, wenn derlei Option nicht zur Verfügung steht. 

Eine Möglichkeit gäbe es da noch: Zufahrtsstraßen können auf Ansuchen von SiedlungsbewohnerInnen in Wohnstraßen umgewidmet werden. In Wohnstraßen können dem Konzept nach spielende Kinder und Fahrzeuge in Schritttempo koexistieren. Eine Begegnungszone, die stark auf die Verantwortung aller Erwachsenen setzt, aber dafür Kindern ein Stück weit Bewegungsfreiheit schenkt.

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