Gries: … und weiter geht´s

Von den im letzten Blog beschriebenen historischen Hintergründen der Vielfalt im Gries komme ich heute zu ein paar Beispielen aus der Gegenwart, die einmal mehr aufzeigen, was dieser Bezirk so alles drauf hat bzw. welche Lieblingsplatzerln es so gibt.

Da wäre zum Beispiel das Thema Musik. Neben dem Musikgymnasium Dreihackengasse, das auf dem ehemaligen Exerzierplatz der 1808 errichteten Dominikanerkaserne steht, beherbergt der Bezirk Gries auch das Johann-Joseph-Fux-Konservatorium des Landes Steiermark, von den Schülerinnen und Schülern liebevoll „Kons“ genannt. Gefühlt unendlich viele Kinder und Jugendliche – aus Graz bzw. der Steiermark – verbringen in den Räumlichkeiten der Musikschule ihre Zeit, entdecken ihre Talente, entwickeln sie weiter und schließen Freundschaften fürs Leben.

Aber auch für Menschen, die nicht aktiv Musik machen, sondern selbige passiv genießen wollen, gibt es Angebote. So zum Beispiel das „Spotting“ in der Postgarage. Für alle, die im Vorhinein nicht immer ganz genau wissen müssen, was sie erwartet, für alle, die gerne Neues kennenlernen, für alle, die an einem Mittwoch abends fortgehen wollen. „Spotting“ bezeichnet eine vom Verein KIM organsierte Konzertreihe, die es Neulingen und Unentdeckten ermöglicht, auf einer Bühne vor Publikum aufzutreten. Der Musikstil ist breit gefächert, aber eher im Rockbereich angesiedelt. Der zu bezahlende Eintritt steht den Gästen frei, das nächste Konzert findet bereits am Mittwoch, dem 27. Februar ab 20.30 Uhr statt, weitere Termine sind auf der Homepage der Postgarage bzw. der facebook Seite vom Verein KIM ersichtlich.

Diese Niederschwelligkeit für die Gäste gilt auch für die auftretenden Bands, die sich beim Verein KIM bewerben können und vor Ort sowohl Technik als auch Tontechniker zur Verfügung gestellt bekommen, allerdings ohne Gage spielen.

Ein weiterer Ort, der das Potential zum Lieblingsplatzerl hat, ist das tube´s, ein Cafe am Grieskai 74a, in dem neben anderen Events auch immer wieder Konzerte von Studierenden der Kunstuniversität Graz stattfinden.

Von der Musik ist es nicht weit zu Festivals. Und eine Instutition, die man sofort damit verbindet, ist das Chiala am Griesplatz. Dieser Verein versteht sich als Ort der Begegnung und des gegenseitigen Austausches. Speziell für MigrantInnen wird Sozial- und Rechtsberatung im weitesten Sinne angeboten, Schulklassen können Workshops zum Themenbereich Rassismus buchen. Für viele MigrantInnen, speziell aus dem afrikanischen Raum, hat das Chiala insofern eine besondere Bedeutung, als es für viele eine der ersten Anlaufstellen ist, wo sie sich trauen, alle ihre Fragen und Sorgen zu ihrer neuen Situation, zum neuen System, zum veränderten Leben etc. zu stellen.

Und weil es hier ja um Vielfalt geht: das heuer bereits zum 16. Mal stattfindende Afrika Festival (5.-7. Juli) ist der Inbegriff gelebter Vielfalt. Ein Besuch dieses Festes, das heuer – bedingt durch die Baustelle im Augarten – im Oeverseepark Park stattfindet, lohnt sich allemal.

Ein weiterer Ort unglaublicher Vielfalt – und zwar Sprachenvielfalt – ist das ECML. Noch nie davon gehört? Beim ECML handelt es sich um das European Centre for Modern Languages of the Council of Europe.

Mitten im Bezirk Gries, genauer gesagt am Entenplatz, hat der Europarat seine einzige (!) Aussenstelle zum Schwerpunkt “Unterricht von Fremdsprachen” eingerichtet. Ziel ist es, das Lernen von Fremdsprachen zu erleichtern, zu perfektionieren und effizienter zu gestalten.

Sowohl mit Vielfalt als auch mit Sprache hat auch ein Projekt des Friedensbüros aus dem Jahre 2001 zu tun. Mit 12 teilweise provokanten Sprüchen wurden verschiedene Themen angesprochen und beim Verteilen der Buttons auf der Straße mit den Menschen diskutiert.

 

 

Im nächsten Blog geht´s nochmals weiter in Gries ….. ist wirklich riesig, der Bezirk.

3 Kommentare

  • Josef Wilhelm

    Sehr interessant. Woher nehme ich als Pensionist wohl die Zeit, mir das alles anzuschauen?!?!😀

  • Katharina

    Ich bin eine begeisterte Leserin eures Blogs, denn so habe ich das Gefühl die Stadt Graz neu zu entdecken. Weiter so!

  • Stefan

    Da ich leider schon lange nicht mehr in meiner Geburtsstadt Graz lebe und auch nur sehr selten für einige Stunden dort verweile,genieße ich Deine Berichte über die einzelnen Bezirke sehr,versetzen sie mich einerseits doch zurück in meine Schul- und Studentenzeit und bergen doch viel Neues.Weiter so!

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