Jakob im Geschirrtuch und der Installateur – eine Begegnung mit Hindernissen

Jetzt, wo die Temperaturen schon kurz davor sind, die 30°C-er Marke zu knacken, ist es doch sehr verlockend, sich vor allem bei fehlender Klimaanlage einiger Kleidungsschichten zu entledigen. Was natürlich kein Problem darstelllt – solange dies in den eigenen vier Wänden geschieht und niemand anderen stören kann. Doch was tun, wenn es nun an der Tür klingelt und man gerade in Unterwäsche oder gar im Adams- oder Evakostüm unterwegs ist?

Hierzu eine kurze und lustige Anekdote, die unlängst einem mir gut bekannten jungen Mann, nennen wir ihn Jakob, widerfahren ist.

Jakob hat vor kurzem begonnen, in seine neue Wohnung zu übersiedeln, die er nach mühseliger Suche endlich gefunden hat. Wie es nun aber so oft bei Umsiedlern der Fall ist, besitzt auch er zu Beginn des Umzugs nur eine spärliche Sammlung von Küchenutensilien, weswegen seine Eltern ihm versprochen haben, ihm ein paar überflüssige Töpfe und Pfannen aus ihrer Küche vorbeizubringen.

Der fleißige Jakob, der an diesem Tag allerdings schon so einige Möbel in seine Wohnung geschleppt und dort aufgestellt hat, beschließt, vor der Ankunft seiner Eltern noch schnell eine Dusche zu nehmen, um sie nicht schweißgetränkt in Empfang nehmen zu müssen. Da er aber noch nicht alle Umzugskartons ausgepackt hat und somit noch keine Handtücher in seinem Bad besitzt, entscheidet er sich kurzerhand dafür, ein Geschirrtuch zum Abtrocknen zu verwenden.

Als er sich allerdings gerade unter die Dusche gestellt hat, läutet es an der Tür. Jakob, der sich sicher ist, dass es sich bei dem Besucher um seine Eltern handeln muss, bindet sich schnell sein Geschirrtuch um die Hüfte, das allerdings gerade noch so groß genug ist, um die wichtigsten Teile zu verdecken und somit einen großzügigen Blick auf seine Kehrseite darbietet.

So spärlich bekleidet öffnet Jakob also die Tür – nur, um sich Auge in Auge mit dem doch etwas überraschten Installateur wiederzufinden, der eigentlich nur den neuen Herd anschließen wollte. Der peinlich berührte Neueinwohner ist nun zu allem Unglück gezwungen, den Installateur in seiner knappen Bekleidung mit Hinterndekolleté in die Küche zu führen – eine Situation, die für beide Anwesenden doch sehr unangenehm ist.

Um Ihnen mein Lieblingszitat aus Jakobs Erzählung nicht vorzuenthalten, habe ich mir dieses bis zum krönenden Schluss aufgehoben: „Und dann sagt er plötzlich: Ich will Ihnen nicht zu nahe treten, Sie haben zwar eine gute Figur, aber könnten Sie sich eventuell doch eine Hose anziehen?“

Diese doch ziemlich amüsante Begegnung wird unserem werten Jakob vermutlich noch eine ganze Weile in Erinnerung bleiben – und zwar in Form des Bademantels, den er jetzt für alle Fälle am Garderobenhaken direkt neben seiner Wohnungstür hängen hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.