Vogelalarm am Balkon

Vögel füttern ist ein Hobby, dem viele Leute gerne nachgehen. Solange man ein Haus mit Garten besitzt, ist das auch gar kein Problem – aber wie sieht es aus, wenn man eine Wohnung mit Balkon hat? Ist es dann überhaupt erlaubt, Vögel zu füttern? Und wenn ja, was sollte man beachten? Wie schafft man es, dass man seine Nachbarn durch Futterreste und Vogelkot nicht allzu sehr in Mitleidenschaft zieht? Erfahren Sie es in diesem Beitrag!

Klack. Oh nein. Klack. Da, schon wieder. Klack. Und noch einmal! Das gibt es doch nicht! Kann man hier nicht einmal in Ruhe lesen?

Bereits seit einer ganzen Weile hat Frau Winkler ein Problem: Vogelfutter. Oder genauer gesagt, Vogelfutterreste. Und kleine Kleckse, die von Vögeln immer wieder ausgerechnet auf ihren Balkon fallen gelassen werden. Und, um nicht zu vergessen, die dazugehörigen Vögel natürlich auch.

Sie sieht ja ein, dass die Grubers über ihr, besonders deren Kinder, großen Spaß daran haben, die Vögel der Umgebung zu füttern, doch dass dabei auch ihr eigener Balkon etwas in Mitleidenschaft gezogen wird, sieht sie ganz und gar nicht gerne. Und dass unter den Vögeln, die den Grubers täglich Besuch abstatten, auch ausgerechnet Tauben sind, deren Kot nicht nur schwer zum Wegputzen ist, sondern sogar die Hausfassade beschädigen kann, ist ihr ebenfalls ein kleiner Dorn im Auge.

Nachdem sie sich nun schon seit einigen Wochen in ihrem Liegestuhl regelmäßig von Vogelfutterresten berieseln lassen musste, reicht es Frau Winkler jetzt aber doch: Ist es denn überhaupt erlaubt, dass man Vögel auf dem Balkon füttert? Lässt sich dagegen denn nicht irgendetwas tun?

Sogleich ruft sie ihren Bruder an, der sich für gewöhnlich in solchen Sachen hervorragend auskennt, und fragt ihn, ob es denn eigentlich legal sei, Vögel auf dem eigenen Balkon zu füttern. Zu ihrer Enttäuschung gibt der ihr allerdings eine ganz andere Antwort, als sie sich erhofft hat: Ja, es ist legal, Vögel auf dem eigenen Balkon zu füttern – zumindest alle Singvögel mit Ausnahme von Tauben.

Etwas enttäuscht legt Frau Winkler wieder auf. Wie soll sie denn nun ihren Nachbarn klarmachen, dass es so nicht weitergehen kann? Zumindest gegen die Tauben kann sie ein paar Worte sprechen, die dürften die Grubers ja eigentlich gar nicht füttern!

Voller Tatendrang schlüpft Frau Winkler also in ihre Schuhe und macht sich auf den Weg in den Stock über ihr, wo sie gegen die Tür der Grubers klopft. Sie muss nicht lange warten, bis ihr Herr Gruber auch schon die Tür öffnet.

„Lassen Sie mich raten“, beginnt er gleich das Gespräch. „Sie sind auch wegen den Vögeln da?“

Verdutzt bejaht Frau Winkler und ist von der Aussage so überrascht, dass sie gar nichts weiter sagt, als Herr Winkler sie hereinbittet und sie ihm daraufhin ins Innere der Wohnung folgt. Noch verwunderter ist sie dann allerdings darüber, sich Auge in Auge mit ihren beiden direkt anliegenden Nachbarn wiederzufinden, die beide auf der Couch Platz genommen haben.

Bevor sie die beiden allerdings begrüßen kann, fährt Herr Gruber auch schon fort.

„Zufälligerweise sind Sie nicht die Erste, die heute damit zu mir kommt. Wollen Sie unserer kleinen Krisensitzung nicht beiwohnen? Darf ich Ihnen etwas anbieten, Tee, Kaffee?“

Exakt eineinhalb Stunden später hat die ‚Krisensitzung‘, wie Herr Gruber sie so treffend genannt hat, eine ganze Liste voller Ideen für die Familie Gruber entworfen, wie sie ihr Hobby – das Vogelfüttern – für ihre Nachbarn etwas angenehmer gestalten können.

Einer der Nachbarn schlug beispielsweise vor, Maschendraht aufzutreiben, mit dem man die Futterhäuschen umzäunen könnte, damit die Tauben ferngehalten werden, kleinere Vögel aber trotzdem zum Futter gelangen können. Eine weitere Idee ist die, dass die Grubers unterhalb der Futterstelle Auffangschalen anbringen könnten, um zu verhindern, dass Futterreste und Kot auf die Balkone unterhalb fallen. Was ihnen sonst noch einfiel, ist, dass die Grubers am besten nur Futter kaufen sollten, bei dem die Vögel möglichst wenig aussortieren müssen, damit weniger Reste entstehen. Besonders vorteilhaft wären auch Futtersäulen, in denen das Vogelfutter nur langsam nach unten rutscht, je nachdem, wie viel gefressen wurde – und wählen die Grubers nur Futter aus, das hauptsächlich kleinere Singvögel anspricht, so könnten sie in Zukunft auch Tauben von ihrem Balkon fernhalten und somit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

So also konnten Frau Winkler und auch alle übrigen Anwesenden der ‚Krisensitzung‘ schließlich mit dem guten Gewissen, etwas zur Lösung des Vogelproblems beigetragen zu haben, zurück in ihre Wohnungen gehen. Wenn die Grubers einen Punkt der Ideenliste nach dem anderen beachten und umsetzen würden, so würden ihre Balkone schon bald nicht mehr in einem Meer aus Futterresten untergehen!

Einen ähnlichen Fall wie diesen hat das Nachbarschaftsteam bereits bearbeitet. Eine optionale Lösung für das Problem würden wir uns beispielsweise wie oben angeführt vorstellen.

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