Die Schattenseiten der Megacities

New York, Tokio, Mumbai – so unterschiedlich diese Städte auch sein mögen, eines haben sie alle gemeinsam: sie sind Megacities. Ein Begriff, den man heutzutage oft hört – doch ab wann kann sich eine Stadt Megacity nennen? Und welche Probleme und Herausforderungen gehen damit einher?

Der Definition nach gilt eine Stadt ab zehn Millionen Einwohnern als Megacity. Wie es dazu kommt, lässt sich schnell mit dem Begriff „Landflucht“ erklären. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es nämlich noch gar keine Millionenstädte dieser Größe – erst 1930 erreichte New York als erste Stadt die Zehn-Millionen-Marke, da das Angebot an Arbeitsplätzen in der Stadt immer mehr Menschen anzog. Kurz darauf folgten auch weitere Städte, die die Leute förmlich überströmten, um dort Wohnung und Arbeit zu finden. Momentan gibt es etwa 30 Megacities. Schenkt man allerdings den verschiedenen Prognosen Glauben, so kann man bis 2030 mit zwölf weiteren rechnen.

Doch welche Probleme und Herausforderungen gehen mit zunehmendem Wachstum, bei gleichzeitig begrenztem Raumangebot einher? Die zur Verfügung stehenden Freizeit- und Nutzungsangebote in Städten sind sehr stark an die ökonomischen Ressourcen der BewohnerInnen geknüpft. Haben Menschen wenige bzw. keine finanziellen Möglichkeiten, sind sie vor allem in Großstädten stark in ihrem Handlungsradius eingeschränkt, da viele Aktivitäten mit Konsumzwang einhergehen.

Megacities bieten keinen Grund zum Aufatmen. Der als dauerhaft graue Schleier am Himmelshorizont bekannte Smog verursacht enormorme Gesundheitsschäden unter der Bevölkerung. Die schlechte Luftqualität ensteht durch Fabriksabgase, dichten Verkehr und anderen Schadstoffen. Für die Verbesserung der Luftgüte, setzt vor allem China auf die Eindämmung fossiler Brennstoffe zugunsten neuerer Technologien.

Ein weiteres Problem mit dem Megacities vor allem in Schwellen- und Dritte Welt Ländern kämpfen, ist die Wasserknappheit bzw. – versorgung: große Teile der Bevölkerung – weltweit ein Drittel! – haben gar keinen Zugang zu öffentlichem Trinkwasser und viele, die es erreicht klagen über Verschmutzungen. Dadurch, dass Millionenstädte vom Grundwasser stark abhängig sind, übernutzen sie dieses häufig und riskieren dadurch, dass auch Salzwasser in die Leitungen eindringt. Dazu kommt, dass sich die sanitären Anlagen der Metropolen in teilweise erschreckenden, hygienischen Zuständen befinden – betroffen davon sind besonders solche Siedlungen, die nicht sehr gut oder gar nicht an das Versorgungssystem angeschlossen sind. Diese mangelnde Hygiene bringt verheerende Folgen mit sich: Erreger, die sich im Wasser ausbreiten, lösen oft Krankheiten und sogar Todesfälle aus.

Wo viele Menschen leben, wird viel Abfall produziert – ein weiterer Punkt auf der Liste der Herausforderungen. In Kombination mit dem verschwenderischen Konsumverhalten vieler Teile der Bevölkerung, häufen sich Berge von Abfall so schnell, dass sie nicht mehr bewältigt werden können. Dort, wo die Abfallbeseitigung nicht funktioniert, beginnen die BewohnerInnen oft auch selbstständig den Müll entweder zu stapeln oder zu verbrennen – was wiederum dazu führt, dass Schadstoffe in die Luft geblasen werden.

Nicht zu vergessen ist schließlich auch noch der Faktor Einsamkeit. Dadurch, dass in Megacities stets geschäftiges Treiben herrscht und die Städte nie zu schlafen scheinen, tendieren Menschen dazu, sich am Ende des Tages in den eigenen vier Wänden zu verbarrikadieren, um sich vom Lärm der Außenwelt abzuschotten – und sich somit auch vom Rest der Gesellschaft zu isolieren. Selbst, wenn man im Alltag viele Leute sieht und auch kennenlernt, so ist nach einem erschöpfenden Arbeitstag in einer Metropole, die einem vollen Bienenstock gleicht, kaum mehr Platz übrig für Freunde und andere soziale Kontakte.

 

Quellen:

https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/wohnen/stadtentwicklung/megacities-wachstum-100.html

http://www.bpb.de/internationales/weltweit/megastaedte/64706/urbanisierung-chancen-und-risiken?p=2

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