Auf soziale Nachbarschaft! (Teil 2)

Letzte Woche wurden hier bereits das Nachbarschaftszentrum St. Peter und das Mehrgenerationenhaus Waltendorf vorgestellt. Heute geht es um die Grätzelinitiative Margaretenbad und das Nachbarschaftszentrum Grünanger.

Die Grätzelinitiative Margaretenbad

Nachbarschaft bewusst leben – dafür steht die Grätzelinitiative Margaretenbad. “Wir sind offen für alle und versuchen unterschiedliche Generationen und Kulturen zusammenzubringen”, bringt es Mitarbeiterin Edith Prein auf den Punkt. Gelingen soll dieser Spagat durch zahlreiche und regelmäßige Veranstaltungen. Immer mittwochs um 16 Uhr gibt es ein Nachbarschaftscafé. “Vom Kind bis zur Oma, vom Flüchtling bis zum Einheimischen – jeder ist willkommen”, so Edith Prein. Es wird getratscht, gebastelt, gestrickt und gehäkelt – je nach Anlass werden auch spezielle Basteleien entworfen, etwa für den gestrigen Muttertag. Auch eine Ausstellung zum Thema “90 Jahre Margerl” soll es heuer geben. Ein besonderes Highlight im Veranstaltungskalender ist auch der Kochworkshop, der immer am letzten Freitag im Monat stattfindet. Dabei steht nicht nur das Kochen im Mittelpunkt, sondern auch der Nachhaltigkeitsaspekt (Wie verwendet man Lebensmittel?) und das gemeinsame Miteinander. Im März wurde beispielsweise griechisch gekocht, dabei waren Personen aus sechs Nationen anwesend. Am Dienstag gibt es für die 0-5-Jährigen die Spielegruppe Grätzeltreff, am Sonntagabend für die Großen den gemeinsamen Tatort. Wer für Körper und Geist etwas tun will kann Yoga, Shiatsu und TaiChi/QiGong praktizieren. Alle die sich sprachlich weiterbilden möchten haben die Möglichkeit Italienisch, Arabisch oder Französisch zu lernen. Die Angebote bei der Grätzelinitiative Margaretenbad sind vielfältig und wer selbst noch Anregungen hat, kann diese im Grätzelbüro jeden Montag von 10-12 Uhr und Freitag von 16-18 Uhr persönlich deponieren. Auch hier gilt: Jeder ist willkommen. Schließlich will man gute Nachbarschaft auch aktiv leben. Doch was versteht die Grätzelinitiative Margaretenbad überhaupt unter “guter Nachbarschaft”? “Dass man füreinander da ist, sich bei Bedarf und Möglichkeit hilft und Zeitressourcen austauscht”, so Edith Prein.

Auch gesunde Ernährung steht bei der Grätzelinitiative Margaretenbad immer wieder im Mittelpunkt. © Grätzelinitiative Margaretenbad

 

Das Nachbarschaftszentrum Grünanger

Als Drehscheibe zwischen den unterschiedlichen Kulturen sieht sich das Nachbarschaftszentrum Grünanger. “Unser wichtigstes Anliegen dabei ist das Schaffen eines soziales Netzwerks innerhalb der Nachbarschaft, das sich gegenseitig unterstützt und in Konflikten lösungsorientierte Wege sucht”, so Martina Frei. Viele Klienten und Patienten des Sozialmedizinischen Zentrums in Liebenau wohnen am Grünanger, weshalb hier oft einfachere Zugänge möglich sind. Eines dieser Projekte, die regelmäßig durchgeführt werden, ist beispielsweise der wöchentliche Brunch, der manchmal auch zu bestimmten Themen (Musik, Gesundheit etc.) stattfindet. Seit mehreren Jahren gibt es auch ein Sommerprogramm, das von den Bewohnern selbst gestaltet wird: Von Ausflügen über Musik-, Grill und Filmabende, Tausch- und Schenketage, Gartenworkshops, Malkurse, Picknick-Veranstaltungen und Festen ist hier alles dabei.

Der Gemeinschaftsgarten im Nachbarschaftszentrum Grünanger wird fleißig genützt. © Nachbarschaftszentrum Grünanger

Vieles davon findet im eigenen Gemeinschaftsgarten statt. Auf einem Flächenabschnitt wird seit 23. April gemeinsam mit Bewohnern, dem Forum Urbanes Gärtnern und dem Kindergarten Andersengasse ein offener Naschgarten angelegt. Zahlreiche Obststräucher sollen auch zum Selbsternten einladen. “Im Zuge unserer Arbeit vor Ort suchen wir natürlich auch laufend den Kontakt zu den Bewohnern, z. B. in Form von Haustürgesprächen oder Befragungen”, erklärt Martina Frei. “So haben wir nicht nur die Möglichkeit unsere Arbeit vor Ort vorzustellen, sondern vor allem auch aktuelle Themen zu erheben und bedarfsorientiert zu bearbeiten.” Die Bandbreite reicht hier von Hilfe bei der Organisation von Siedlungstreffen und -festen, Wohnungsproblemen und Nachbarschaftskonflikten über breite Problemlagen in Siedlungen bis hin zu individuellen Problemlagen, bei denen auf einem sehr niederschwelligen Weg geholfen werden kann – bei Bedarf auch gemeinsam mit dem Sozialmedizinischen Zentrum und stets mit einem Ziel vor Augen: der guten Nachbarschaft. “Eine gute Nachbarschaft zeichnet sich durch Gemeinschaft aus: Man kennt einander, schaut aufeinander, hilft einander. Wenn man nicht selbst helfen kann, unterstützt man bei der Hilfesuche”, meint Martina Frei. Da die Rolle des “Helfers” und “Vermittlers” jedoch nicht immer einfach auszufüllen ist, bietet das Nachbarschaftszentrum auch Schulungen im Bereich der Kommunikation und des Konfliktmanagements an. Schließlich soll gute Nachbarschaft kein Wunschtraum bleiben, sondern Realität sein.

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