Ziel 7: Zugang zu leistbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

Einfach den Schalter drücken und Zack! – schon ist das Licht eingeschaltet. Für Leute in Österreich eine ganz alltägliche Sache, die allerdings gar nicht so selbstverständlich ist, wie wir denken. Weltweit hat eine von sieben Personen keinen Zugang zu Elektrizität, der Großteil davon lebt in ländlichen Regionen. Wo allerdings an manchen Orten zu wenig Energie das Problem ist, ist es an anderen zu hoher Energieverbrauch. Diese ist nämlich der Hauptschuldige im Fall der Klimaerwärmung. Fossile Energieträger und Co. verursachen nämlich in etwa 60 Prozent der Treibhausgase. Um also diese beiden Anliegen und noch viele weitere in Bezug auf Energie unter einen Hut zu bringen, haben die UN-Mitgliedsstaaten Entwicklungsziel Nummer 7 entworfen.

Bild von Michael Schwarzenberger auf Pixabay

Dass man sich in Sachen fossiler Energiegewinnung am Riemen reißen muss, heißt nicht, dass darunter diejenigen, die nicht einfach so an leistbare Energie kommen, leiden müssen.

Ganz im Gegenteil: Gerade diese Regionen können eine große Hilfe dabei sein, herauszufinden, welche nachhaltigen Energieträger realistisch umsetzbar sind. So erhalten sie Zugang zu verlässlichen, erschwinglichen und modernen Energieleistungen, während gleichzeitig daran gearbeitet wird, die Energiebranche umweltfreundlicher zu gestalten.

Dies ist nämlich ebenfalls ein großer Punkt von Ziel 7: Erneuerbare Energieträger sollen in Zukunft einen höheren Anteil am globalen Energiemix haben – anders formuliert, sie sollen eine größere Rolle als bisher spielen. Was jetzt aber einfach klingt – nämlich alle fossilen Energieerzeuger auszutauschen – ist in der Realität etwas komplexer.

Momentan sind die Stromnetze nämlich viel zu sehr auf die fossilen Energieträger aber auch Atomenergie angewiesen, die sich nicht so schnell von heute auf morgen ersetzen lassen. Und auch die umweltfreundlicheren Alternativen weisen derweil noch Macken auf, an denen gearbeitet werden muss:

Biomasse birgt die Gefahren von Monokultur, Konkurrenzkampf zwischen Nahrung und Energie und Ausbeutung der Entwicklungsländer (Bodenerosion, Arbeitsbedingungen, etc.) oder die Abholzung für den CO2-Haushalt wichtiger Waldgebiete. Wie man an den E-Autos sehen kann, sind auch andernorts noch Verbesserungen fällig: Nach jetzigem Stand wird nämlich bei der Herstellung der Batterien so viel CO2 verbraucht, dass erst nach zehn Jahren Fahrzeit der Unterschied zu einem herkömmlichen Auto in Sachen Umweltfreundlichkeit bemerkbar wird.

Bild von Colin Behrens auf Pixabay

Abseits dieser Problemstellungen soll auch die Energieeffizienz verbessert werden. Wie sich die Mitgliedsstaaten das nun aber vorstellen? Auch darauf hat Ziel 7 eine Antwort: Internationale Zusammenarbeit ist hierbei sehr wichtig, um die Forschung und Technologie voranzubringen. Gemeinsam wird dafür gesorgt, mit Hilfe von Investitionen „saubere“ Energie zu erzeugen und die dafür nötige Infrastruktur auszubauen.

Klingt soweit doch eigentlich nach einem umsetzbaren Plan. Tatsächlich ist Entwicklungsziel 7 eines der am besten umgesetzten Ziele – Rückschritte gibt es hier keine, bei beinahe allen Mitgliedsstaaten geht es gut voran. Dies haben sie vor allem den zahlreichen Initiativen zu verdanken, die sie bisher ergriffen haben.

Zum Beispiel gibt es hierbei das Erb-Institute, einer Partnerschaft der Universität Michigan zu nachhaltigem Business. Dessen Vorsatz ist es, mithilfe des Einflusses von Unternehmen eine sozial nachhaltige und umweltfreundliche Welt zu fördern. Dafür unterstützt das Institut vielversprechende Innovationen in Forschung, Lehre und Wirtschaft. Außerdem wird versucht, ein breiteres Publikum zu erreichen und die Bildungsplattform zu erweitern, indem auch Schülern Inhalte zum Thema nachhaltigem Business näher gebracht werden.

An einer ganz anderen Stelle setzt das Projekt Enhanced Rural Resilience in Yemen (ERRY) an: Hier geht es darum, das als energieunsicher geltende Land Jemen mit einer stärkeren Erzeugungskapazität auszustatten und die dort hohen Stromverluste zu verringern. Auch der Zugang zum dortigen Strom soll dabei mehr Leuten barrierefrei ermöglicht werden. Um das alles zu ermöglichen, setzt ERRY auf erschwingliche Solarsysteme – und zwar solche, die von Jugendlichen, Frauen und an den Rand gedrängten Minderheiten aufgebaut werden. So soll nicht nur der allgemeine Zugang verbessert werden, außerdem wird so die Beschäftigungsrate erhöht und die Arbeitenden gelangen an ein stabiles Einkommen.

Fazit: Trotz erfreulichen Fortschritts bei der Energiegewinnung ist noch viel zu tun.

 

Quellen:

https://www.undp.org/content/undp/en/home/sustainable-development-goals/goal-7-affordable-and-clean-energy.html

https://www.sdgwatch.at/de/ueber-sdgs/7-bezahlbare-und-saubere-energie/

http://www.fairstyria.at/cms/dokumente/12414782_28693792/b34175e0/Agenda_2030_UN-Beschluss.pdf

https://www.sdgindex.org/assets/files/2018/01%20SDGS%20G20%20Summary%202018%20WEB%20V6%20110918.pdf

https://sustainabledevelopment.un.org/partnership/?p=31805

https://sustainabledevelopment.un.org/partnership/?p=29998

Beitragsbild: ©United Nations [Public domain], gefunden auf Wikimedia Commons

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