Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

All die Entwicklungsziele zu erfüllen, die von den UN-Mitgliedsstaaten beschlossen wurden, ist vor allem eines: Teuer. Alleine die USA müssten zum Beispiel fünf bis sieben Milliarden US-Dollar jährlich dafür aufwenden. Damit also dafür gesorgt werden kann, dass jedes der Länder die finanziellen Kapazitäten hat, um Veränderungen bewirken zu können, ist starke Zusammenarbeit notwendig. 2017 etwa wurden insgesamt 147,2$ Milliarden an Unterstützungszahlungen getätigt, die an die bedürftigen Länder gingen. Ziel 17, das Partnerschaften zwischen den Ländern vorsieht, dreht sich allerdings nicht nur um finanzielle Angelegenheiten.

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Natürlich ist die Finanzierung der SDGs auch ein Punkt – sogar der Erste, um genau zu sein. Zum Beispiel ist vorgesehen, die einzelnen Länder, besonders die Entwicklungsländer, wirtschaftlich stärker zu machen und so höhere Steuern möglich zu machen.

Die Industrieländer, die sich der Entwicklungshilfe verpflichtet haben, sollen dieses Versprechen selbstverständlich einhalten. Die 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens, die für die Entwicklungsländer aufgewendet werden sollen und die 0,15 bis 0,2 Prozent, die an die wenigsten entwickelten Länder gehen sollen, stehen ebenfalls auf der Liste der Verpflichtungen der Industrieländer. Hierbei sollte sich auch Österreich einmal an der Nase nehmen – von den erwarteten 0,7 Prozent werden hierzulande nämlich gerade einmal 0,26 Prozent erfüllt, was sogar ein Rückgang nach den 0,3 Prozent von 2017 ist.

Zusätzliche finanzielle Mittel sollen dort, wo sie möglich sind, ebenfalls für die Entwicklungsländer mobilisiert werden. Das können zum Beispiel Investments sein, die von den übrigen Ländern getätigt werden.

Wo es um Geld geht, sind Schulden nicht fern: Durch eine koordinierte Politik wird die Schuldenfinanzierung gefördert und gleichzeitig die Entschuldung und Umschuldung möglich gemacht. Im Klartext also, Schulden sollen so geregelt werden, dass diese sich für die jeweiligen Länder in einem tragbaren Rahmen befinden.

Außerdem soll die Zahl der Länder steigen, die Investitionen in die am wenigsten entwickelten Länder stecken. Solche Investitionsförderungssysteme sollen in Zukunft vermehrt beschlossen und umgesetzt werden.

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Jetzt aber genug von Finanzierung, denn es gibt genug anderes, wo Zusammenarbeit notwendig ist – Technologie, zum Beispiel. Der Austausch von Wissen soll auf internationaler Ebene vermehrt und unter besseren Umständen, zum Beispiel durch Breitbandinternet unterstützt, stattfinden.

Die Entwicklungsländer sollen umweltverträgliche Technologien unter günstigen Bedingungen erhalten, was Entwicklung, Transfer und Verbreitung betrifft.

Außerdem sollen die Kapazitäten der am wenigsten entwickelten Länder für Wissenschaft und Technologien erweitert werden, während dort immer mehr Menschen Zugang zum Internet als Kommunikationsmittel haben sollen.

Wo wir gerade schon bei Kapazitäten sind – ein weiterer Unterpunkt dieses Zieles lautet „Kapazitätsaufbau“. Was jetzt erst einmal sehr kryptisch klingt, heißt aber eigentlich nur, dass die Entwicklungsländer durch internationale Unterstützung mehr Möglichkeiten dafür erhalten sollen, die Entwicklungsziele bis 2030 auch wirklich zu erfüllen. Dafür stehen zum Beispiel die Nord-Süd-, Süd-Süd- und Dreieckskooperationen ein, die sich dem Wissensaustausch und dem interkulturellen Dialog verschrieben haben.

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Der Handel ist ebenfalls ein Punkt, der im Zuge der Globalisierung immer wichtiger wird. Damit hier nichts krumm läuft, soll ein universales, regelgestütztes und gerechtes Handelssystem unter der Aufsicht des Welthandelssystems gefördert werden. Die weltweiten Zölle fallen zum Beispiel in diesen Bereich.

Die Exporte der Entwicklungsländer sollen sich in den nächsten Jahren um ein Vielfaches vermehren – die der am wenigsten entwickelten Länder sollen sich bis 2020 sogar verdoppelt haben. Damit ihnen dies möglich ist, wird rasch ermöglicht, dass die am wenigsten entwickelten Länder einen zoll- und kontingentfreien Marktzugang erhalten (letzteres bedeutet, dass die Anzahl ihrer erlaubten Importe und Exporte nicht limitiert ist).

Somit kommen wir nun auch schon zum letzten Punkt dieses Ziels – den systemischen Fragen. Zunächst geht es hierbei einmal um die Politik: Die makroökonimische Stabilität soll nämlich verbessert werden, in Form von Politikkoordinierungen und -kohärenz. Politikkohärenz soll heißen, dass jeder Bereich in der Politik die Verantwortung hat, zur Entwicklung – in diesem Fall zur nachhaltigen Entwicklung – beizutragen.

Dabei, und auch bei der Festlegung und Umsetzung von Politiken zur Armutsbeseitigung, soll jedes der teilnehmenden Länder in seinem politischen Spielraum und seiner Führungsposition berücksichtigt und auch respektiert werden.

Weiter geht es unter diesem Punkt mit den Multi-Akteur-Partnerschaften. Was für ein Begriff. Diese sollen jedenfalls dazu beitragen, dass Wissen, Fachkenntnisse, Technologie und finanzielle Ressourcen mobilisiert und ausgetauscht werden. Dabei fassen sie besonders die Entwicklungsländer ins Auge.

Diese Partnerschaften soll es auf vielen Ebenen geben: Öffentlich, öffentlich-privat und auch zivilgesellschaftlich. Um dies möglich zu machen, soll auch in diese Richtung nun etwas mehr an Geld fließen.

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Zu guter Letzt noch zu dem Unterpunkt, mit dem ein jeder vertraut sein dürfte: Daten, Überwachung und Rechenschaft. Vor allem die Entwicklungsländer und die am wenigsten entwickelten Länder sollen darin unterstützt werden, mehr hochwertige, aktuelle und verlässliche Daten über ihre Bevölkerung zu sammeln. Dazu gehören zum Beispiel Geschlecht, Alter, Ethnizität und viele weitere. Klingt zwar eigentlich eher beunruhigend – kann aber sehr viel dazu beitragen, dass zukünftige Politiken die Einwohner eines Landes besser berücksichtigen.

Bis 2030 soll auf sämtlichen bestehenden Initiativen aufgebaut werden, um Maße an Fortschritten für die nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten, die das Bruttoinlandsprodukt ergänzen. Obendrein sollen auch noch die statistischen Kapazitäten der Entwicklungsländer verbessert und unterstützt werden – Ziel dabei ist, 100% aller Geburten und 80% aller Todesfälle zu dokumentieren.

Hierbei laufen die Fortschritte geradezu rapide ab: Noch nie zuvor gab es so viele private Geldüberweisungen, der Anteil der Personen mit Internetzugang steigt und es wurde eine Technologiebank für die am wenigsten entwickelten Länder etabliert. Dennoch gibt es viel, das noch getan werden muss: ODA (Official Development Assistance) befindet sich im Rückgang, Privatinvestments stimmen nicht wirklich mit der nachhaltigen Entwicklung überein und nach wie vor gibt es Spannungen, was den Welthandel angeht.

Daher gilt auch hier: Mehr internationale Kooperation ist der Schlüssel dazu, dieses Ziel weiterzubringen und somit allen Ländern die Möglichkeit dazu zu geben, die SDGs zu erfüllen.

 

Quellen:

https://www.undp.org/content/undp/en/home/sustainable-development-goals/goal-17-partnerships-for-the-goals.html

https://www.sdgwatch.at/de/ueber-sdgs/partnerschaften-zur-erreichung-der-ziele/

https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/11803Official-List-of-Proposed-SDG-Indicators.pdf

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190410_OTS0187/oesterreichs-entwicklungshilfe-sinkt-erneut

http://www.fairstyria.at/cms/dokumente/12414782_28693792/b34175e0/Agenda_2030_UN-Beschluss.pdf

https://unstats.un.org/sdgs/files/report/2019/secretary-general-sdg-report-2019–EN.pdf

Beitragsbild: ©United Nations [Public domain], gefunden auf Wikimedia Commons

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