Ziel 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Letzte Woche ging es um das Leben im Wasser, heute geht es um das Gegenstück dazu: Das Leben an Land. Das Festland ist nämlich nicht nur der Lebensraum für den Menschen und einen großen Teil der Tierwelt, es spielt auch eine große Rolle beim Stoppen des Klimawandels. Ganze 33 Prozent der CO2-Emissionen könnten durch naturbasierte Lösungen reduziert werden. Vor allem Wälder spielen hierbei eine Schlüsselrolle – diese sind aber nicht nur äußerst wichtig für die Verbesserung der Luftqualität. Insgesamt sind 80 Prozent der Spezies an Land im Wald zuhause – ein Grund mehr, sich darum zu kümmern, die Wälder zu erhalten und wieder aufzuforsten! Aus diesem Grund gibt es auch Ziel 15 der SDGs, das einen nachhaltigeren Umgang mit dem Festland und dessen Ressourcen vorsieht.

Dies ist auch gleich der erste Punkt: Sämtliche Ökosysteme an Land sollen nachhaltig genutzt werden und dabei auch erhalten und wenn nötig wiederhergestellt werden. Anders gesagt soll also überall, wo der Mensch etwas aus der Natur wegnimmt, auch dafür gesorgt werden, dass dieser Fleck nicht komplett verödet.

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Eines der wichtigsten Ökosysteme sind dabei die Wälder, die die Erdoberfläche bedecken: Damit diese auch in Zukunft erhalten bleiben, müssen sie nachhaltiger bewirtschaftet und wieder aufgeforstet werden. Geschädigte Wälder, wie zum Beispiel große Teile des gerodeten Regenwaldes, sollen ebenfalls wieder zu bewohnbaren Lebensräumen gemacht werden.

Die Wüstenbildung ist im Gegensatz zu Überschwemmungen ein Problem, von dem man eher selten hört, das jedoch mit dem steigenden Klima immer relevanter wird. Flächen, die von einer der beiden Naturkatastrophen betroffen waren, sollen wieder fruchtbar gemacht werden.

Ganz wichtig sind, besonders für uns Österreicher, auch die Bergregionen, aus denen wir unter anderem unser Trinkwasser beziehen: Die Ökosysteme dort sollen mitsamt ihrer Artenvielfalt auch in Zukunft erhalten bleiben.

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Der Verlust der biologischen Vielfalt ist generell ein weiterer Punkt, der der Erde schon seit langem zu schaffen macht: Durch den Menschen gehen viele Lebensräume und damit auch die dort sesshaften Tierarten verloren. Damit die Zahl der unterschiedlichen Spezies nicht noch weiter sinkt, gilt es, die bedrohten Tierarten in Zukunft konsequenter zu schützen.

Um dies zu garantieren, sollen dafür Ökosystem- und Biodiversitätswerte bei nationalen Beschlüssen berücksichtigt werden. Auch die finanziellen Mittel, die für den Schutz der biologischen Vielfalt und der unterschiedlichen Lebensräume aufgebracht werden, sollen in Zukunft um einiges gesteigert werden.

Damit dies funktionieren kann, müssen unbedingt Maßnahmen ergriffen werden, die die Wilderei und den illegalen Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten eindämmen und schließlich vollkommen eliminieren.

Doch nicht nur das Aussterben bedrohter Tierarten ist ein Problem, auch das Einschleppen nicht einheimischer Spezies kann starke Auswirkungen auf Ökosysteme haben. Dies soll in Zukunft verhindert werden, um großen Schwankungen in der Natur durch gebietsfremde Einflüsse zu vorzubeugen.

Zu guter Letzt noch zu einer Sache, die viele Probleme mit sich bringt, allerdings eher unbekannt ist: Biopatente. Man kann nämlich nicht nur für rein technologische Erfindungen Patente anmelden, sondern auch solche, die Tiere und Pflanzen betreffen. Der Nutzen von diesen Biopatenten ist sehr umstritten, da diese es erschweren, neue Entdeckungen und Erfindungen zu machen. Darum, wie es in diesem Feld weitergeht, soll sich Ziel 15 jetzt kümmern.

Was dieses Entwicklungsziel angeht, gibt es einige erfreuliche Entwicklungen: Der Schwund der Waldflächen ist geringer geworden und es wird mehr Geld in den Erhalt der Artenvielfalt gesteckt. Aber nach wie vor wird zu viel Wald gerodet, wodurch breite Flächen veröden und bedrohte Tierarten aussterben.

Trotzdem können die unterschiedlichen Initiativen, die für dieses Ziel ergriffen wurden, wichtige Schritte setzen. Zum Beispiel gibt es hier in Österreich die Versuchsstation Heidegg (https://2030steiermark.wordpress.com/2019/01/13/projekt-erhaltung-alter-kernobssorten-in-der-steiermark/), die großen Wert auf die Erhaltung alter steirischer Apfel- und Birnensorten legt. Dieser Genpool, auch Sortenerhaltungsgarten genannt, trägt einen großen Teil dazu bei, die biologische Vielfalt in Österreich zu bewahren.

Doch nicht nur die Bäume, die Obst tragen, spielen eine wesentliche Rolle für Österreich: Die Steiermark, das waldreichste Bundesland, ist stark auf die Waldfläche angewiesen. Holz, Lebensraum, Schutz vor Erosion und Lawinen, saubere Luft – die Wälder sind ein wichtiger Bestandteil des Landes. Damit diese also auch in Zukunft bestehen bleiben, achtet der steirische Landesforstdienst (http://www.agrar.steiermark.at/cms/ziel/12110572/DE/) darauf, dass die Bäume gesund bleiben und nicht etwa durch eingeschleppte Schädlinge erkranken.

Auch bei diesem Ziel heißt es also: Es ist höchste Zeit, mehr Maßnahmen zu ergreifen, um der Erfüllung der Punkte näherzukommen.

https://www.undp.org/content/undp/en/home/sustainable-development-goals/goal-15-life-on-land.html

https://www.sdgwatch.at/de/ueber-sdgs/leben-an-land/

https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/11803Official-List-of-Proposed-SDG-Indicators.pdf

https://www.pflanzen-forschung-ethik.de/kontexte/1644.biopatente-pro-contra.html 

http://www.fairstyria.at/cms/dokumente/12414782_28693792/b34175e0/Agenda_2030_UN-Beschluss.pdf

https://unstats.un.org/sdgs/files/report/2019/secretary-general-sdg-report-2019–EN.pdf

https://2030steiermark.wordpress.com/2019/01/13/projekt-erhaltung-alter-kernobssorten-in-der-steiermark/

http://www.agrar.steiermark.at/cms/ziel/12110572/DE/

Beitragsbild: ©United Nations [Public domain], gefunden auf Wikimedia Commons

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