Ziel 14: . Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Wir Menschen fühlen uns oft gerne so, als sei unsere Welt an Land die einzige – und vergessen dabei, dass drei Viertel der Erdoberfläche aus Ozeanen bestehen. 200.000 Tierarten, die uns bereits bekannt sind, leben dort im Wasser – es wird aber vermutet, dass die eigentliche Zahl bei bis zu einer Millionen liegt. Die Meere sind allerdings nicht nur ein Lebensraum für die unterschiedlichsten Spezies, sie bremsen auch den Klimawandel ein: 30 Prozent des Kohlenstoffdioxids, das Menschen produzieren, wird vom Ozean verschluckt. Aber nicht nur für den Abbau unserer CO2-Produktion müssen die Meere herhalten: Große Teile davon, insgesamt 40 Prozent, sind von starker Verschmutzung betroffen und leiden unter dem Einfluss des Menschen. Logisch also, dass es auch am Menschen liegt, jetzt endlich Maßnahmen zu ergreifen, um dies zu verhindern – und zwar im Rahmen von Ziel 14!

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Natürlich dreht sich der erste Punkt von Ziel 14 einmal darum, allen Arten der Meeresverschmutzung ein Ende zu setzen. Wenn man sich nur die Küsten ansieht, an denen schon mehr Plastiksackerl als Muscheln angeschwemmt werden, ist natürlich klar, dass dies schon lang überfällig ist.

Woran man vielleicht nicht sofort denkt, ist, dass auch die Nutzung der Meere und Küsten Schaden anrichten kann – die Überfischung ist zum Beispiel nach wie vor ein enormes Problem. Damit die Ozeane auch in Zukunft noch als wertvolle Quelle für Rohstoffe dienen können, müssen diese also auf jeden Fall nachhaltiger bewirtschaftet und geschützt werden.

Apropos Überfischung – diese erhält in Ziel 14 ihren eigenen Punkt: Die Fischerei soll nämlich strenger geregelt werden, um deren negative Auswirkungen einzuschränken. Auch die Subventionen, die dazu beitragen, dass die Meere von großen Unternehmen überfischt werden, sollen abgeschafft werden. Stattdessen soll es kleineren Fischern möglich gemacht werden, an den Märkten teilzunehmen. Nicht nur das, auch die Fischbestände sollen so schnell wie möglich wieder auf einen natürlichen Level gebracht werden. Waren 1974 noch 90% der Weltfischbestände groß genug, um das Überleben der Arten abzusichern, sind 2015 nur mehr 66,9% der Bestände gesichert.

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Etwas, von dem man eher selten hört, ist die Ozeanversauerung: Dadurch, dass die Meere immer mehr CO2 aufnehmen, sinkt deren pH-Wert, was einigen Meeresbewohnern schadet und damit auf Dauer auch Konsequenzen für den Menschen haben kann. Damit es aber gar nicht erst soweit kommt, soll die Versauerung der Meere auf einem Minimum gehalten werden und durch wissenschaftliche Zusammenarbeit bekämpft werden. Sollte diese Entwicklung nicht gestoppt werden, wird die steigende Versauerung die marine Flora und Fauna bis Ende des Jahrhunderts massiv beeinträchtigen.

Außerdem will man sich viel mehr um die Küsten und marinen Gegenden kümmern – mindestens 10 Prozent davon sollen mit allen verfügbaren Mitteln und im Einklang mit dem Völkerrecht erhalten werden.

Die wirtschaftlichen Vorteile, die sich für Inselentwicklungsländer aufgrund ihrer Nähe zum Wasser ergeben, sollen in Zukunft erhöht werden. Dies soll zum Beispiel durch nachhaltigen Fischfang und Tourismus möglich sein.

Um die Gesundheit der Meere zu verbessern, ist es natürlich auch wichtig, in der Wissenschaft und Technologie Fortschritte zu machen. Diese können nämlich nicht nur bei der Entwicklung vieler Länder helfen, sondern auch dazu beitragen, die Artenvielfalt im und unter Wasser zu erhalten.

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Bei diesem Ziel geht es nur sehr langsam voran: Die Erweiterung der Schutzgebiete und die bereits bestehenden Politiken und Abkommen tragen nur dürftig dazu bei, Ziel 14 zu erfüllen. Die nachhaltige Nutzung der Ressourcen muss nach wie vor um einiges konsequenter durchgezogen werden.

Gut, zugegeben, in Österreich ist es etwas schwer, direkt etwas fürs Meer zu tun – allerdings gibt es viele Dinge, mit denen wir die Sauberkeit der Ozeane indirekt beeinflussen können. Philadelphia macht es zum Beispiel mit der Drink Philly Tap-Kampagne vor: Diese regt die Einheimischen nämlich dazu an, Leitungswasser statt Wasser aus Plastikflaschen zu trinken, um zu verhindern, dass diese als Müll in Flüssen oder im Meer landen.

Gerade hier in Graz, wo sich viele Trinkbrunnen an öffentlichen Plätzen befinden, bietet es sich sehr an, seine eigene Trinkflasche mitzunehmen und bei Bedarf selbst wieder aufzufüllen. Nicht nur das – auch das Projekt Refill Graz, das von Das Gramm hier in Graz gestartet wurde, lädt dazu ein, auf Leitungswasser umzusteigen. Überall, wo sich ein Refill Graz-Sticker an der Ladentür befindet, kann man seine Flasche umsonst mit Trinkwasser befüllen. Wie man hier (http://refill-graz.at) sehen kann, hat das Projekt bereits jetzt schon viele Unternehmen dazu motiviert, mitzumachen.

Auch bei diesem Ziel heißt es: Es kann gar nicht schnell genug gehen. Die kleinen Fortschritte, die bis jetzt gemacht werden konnten, sind zwar ein guter Anfang, aber lange noch nicht ausreichend, um Ziel 14 bis zum Jahr 2030 zu erfüllen.

https://www.undp.org/content/undp/en/home/sustainable-development-goals/goal-14-life-below-water.html

https://www.sdgwatch.at/de/ueber-sdgs/leben-unter-wasser/

http://www.fairstyria.at/cms/dokumente/12414782_28693792/b34175e0/Agenda_2030_UN-Beschluss.pdf

https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/11803Official-List-of-Proposed-SDG-Indicators.pdf

https://www.awi.de/im-fokus/ozeanversauerung/fakten-zur-ozeanversauerung.html

https://unstats.un.org/sdgs/files/report/2019/secretary-general-sdg-report-2019–EN.pdf

https://s3.amazonaws.com/sustainabledevelopment.report/2019/2019_sustainable_development_report.pdf

https://sustainabledevelopment.un.org/partnership/?p=31895

http://refill-graz.at

Beitragsbild: ©United Nations [Public domain], gefunden auf Wikimedia Commons

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