Ziel 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

55% der Weltbevölkerung lebten im Jahr 2018 in Städten – kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Urbanisierung nach wie vor im vollen Gange ist. Das wird sich so schnell auch nicht ändern: Bis 2050 soll die Zahl von 4,2 Milliarden Menschen, die in Städten zuhause sind, auf 6,5 Milliarden steigen. Dadurch, dass so viele Leute in die Zentren ziehen, ist auch die Zahl der Megacitys – Städte mit über 10 Millionen Einwohnern – stark angewachsen: 33 sollten es 2018 werden. Schön und gut, dann leben jetzt eben mehr Menschen in Städten, aber was ist denn genau das Problem dabei und was hat das hier bei den Entwicklungszielen zu suchen? Nun, das lässt sich schnell erklären: Städte nehmen zwar nur 3% der Erdoberfläche in Beschlag, produzieren dafür aber 70% der CO2-Emissionen und konsumieren Unmengen an Energie. Nicht nur das, auch in den Städten selbst gibt es Probleme: Mit den Städten wachsen auch die dazugehörigen Slums, auch Armenviertel genannt, die vor allem für ihre mangelnde Infrastruktur und Versorgung bekannt sind. Grund genug also, um bei den SDGs auch auf dieses Thema Rücksicht zu nehmen.

Zugang zu lebensnotwendigen Grundlagen in Städten ist hierbei das A und O: Jeder soll Zugang zu angemessenem und sicherem Wohnraum haben, ohne dabei zu tief in die Tasche greifen zu müssen. Damit das auch in momentanen Slums verwirklicht werden kann, müssen diese gewissenhaft saniert werden, um zu garantieren, dass auch dort alle Menschen eine adäquate Grundversorgung erhalten. Damit das sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsstaaten funktioniert, werden die am wenigsten entwickelten Länder hierbei finanziell unterstützt.

Bild von Jensie De Gheest auf Pixabay

Die Verstädterung soll bis 2030 inklusiver und nachhaltiger stattfinden. Was schwammig klingt, ist im Grunde eigentlich logisch: Um den Zusammenhalt in den Städten zu stärken, bedarf es zum Beispiel einer Siedlungsplanung, die sehr auf Integration bedacht ist. Und Nachhaltigkeit, wie wir inzwischen festgestellt haben, ist für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Städte sowieso unumgänglich.

Der Straßenverkehr, ohne den das Leben in einer Stadt schier unmöglich scheint, ist hier ebenfalls ein sehr großer Punkt: Verkehrssysteme sollen in Zukunft so weiter ausgebaut werden, dass sie für alle Bewohner einer Stadt leistbar und zugänglich sind. Im Klartext also, es soll etwa älteren Menschen oder Menschen mit Behinderungen erleichtert werden, den öffentlichen Verkehr zu nutzen.

In Zeiten des Klimawandels darf man bloß nicht unterschätzen, welchen Einfluss die Umwelt auch auf das Leben in Städten haben kann: Die Zahl der Katastrophen, etwa Überschwemmungen, und die der davon betroffenen Menschen sollen in Zukunft deutlich reduziert werden.

Bild von chang2016 auf Pixabay

Infrastruktur und Gestaltung der Städte sind ebenfalls ein Aspekt, der auf keinen Fall zu kurz geraden soll – mehr Grünflächen sind zum Beispiel eine Maßnahme, die zwischen all dem Asphalt nicht nur hübsch aussieht, sondern auch zur Verbesserung der Luftqualität beiträgt. Dies ist allerdings nur ein Schritt, den man tun kann, um die Umweltbelastung ein wenig zu senken – wenn wir ehrlich sind, braucht es dann doch mehr als nur ein paar Bäume, um die CO2-Belastung durch Städte auszugleichen.

Momentan ist es noch so, dass Stadt und Land meist getrennt voneinander jeweils ihr eigenes Ding durchziehen – auch das soll sich in Zukunft ändern: Verbindungen zwischen städtischen und ländlichen Gebieten werden nämlich in Hinsicht auf die Entwicklungsplanung immer wichtiger.

Was natürlich auch nicht unter den Tisch fallen darf, ist der kulturelle Faktor: Weltkultur und -naturerbe sollen natürlich auch weiterhin geschützt und bewahrt werden, ganz gleich, wie sehr sich die Städte weiterentwickeln.

Der derzeitige Stand von Ziel 11 lässt sich recht einfach in zwei Worten zusammenfassen: Ganz okay. Hier geht es weder sonderlich schnell voran, noch macht man Rückschritte – die Fortschritte machen sich dank angemessener Maßnahmen langsam, aber doch bemerkbar.

Hier in der Steiermark gibt es zum Beispiel einige Initiativen, die für Ziel 11 ergriffen werden – hier findet man die Liste auf einen Blick. Ob es nun um Förderungen des Landes für Wohnungen geht, um respektvolles Zusammenleben oder darum, wie man sich bei Hochwasser schützen kann – jeder Punkt des Entwicklungsziels ist in irgendeiner Form vertreten. Besonders interessant ist zum Beispiel die Landesstrategie Elektromobilität Steiermark 2030, die etwa neue Lademöglichkeiten vorsieht, um mehr Einwohner zum Umstieg auf Elektrofahrzeuge zu motivieren. Ein Vorbild dabei spielt vor allem der öffentliche Verkehr, der bereits dabei ist, Elektrobusse einzusetzen.

Wer aber andere Fortbewegungsmittel bevorzugt, namentlich das Fahrrad, wird hier auch fündig: Der Masterplan Radfahren 2015-2025 kümmert sich intensiv darum, den Radverkehr zu fördern und diesen attraktiver für die Bevölkerung zu machen. Ob dies nun neue Radwege oder Radfahrtrainings sind – im dazugehörigen Flyer kann man jedenfalls lesen, worauf man sich in Zukunft vorbereiten kann.

Auch hier sieht es ganz so aus, als wäre es durchaus schaffbar, dieses Ziel bis 2030 mit etwas mehr Engagement zu erfüllen. Vor allem hier in Europa dürfte die Politik etwa durch die #FridaysForFuture-Bewegung dazu angeregt werden, mehr auf nachhaltige Gestaltung der Infrastruktur und des Verkehrs zu achten.

 

Quellen:
https://www.undp.org/content/undp/en/home/sustainable-development-goals/goal-11-sustainable-cities-and-communities.html

https://www.sdgwatch.at/de/ueber-sdgs/nachhaltige-stadte-und-gemeinden/

http://www.fairstyria.at/cms/dokumente/12414782_28693792/b34175e0/Agenda_2030_UN-Beschluss.pdf

https://s3.amazonaws.com/sustainabledevelopment.report/2019/2019_sustainable_development_report.pdf

http://www.nachhaltigkeit.steiermark.at/cms/beitrag/12717396/141436649

Beitragsbild: ©.United Nations [Public domain], gefunden auf Wikimedia Commons

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