Sklaverei: Zwangsarbeit

Die Art der Sklaverei, an die man bei dem Begriff vermutlich als erstes denkt, ist die sogenannte Zwangsarbeit. Damit gemeint ist jede Form von Arbeit, die Menschen verrichten müssen, um einer Strafe zu entgehen, die ihnen ansonsten droht. Dazu kommt noch, dass diese Personen sich grundsätzlich nicht freiwillig für diesen Job entschieden haben, sondern dazu genötigt wurden. Und hierbei handelt es sich nicht bloß um eine kleine Gruppe von Menschen: Ganze 24,9 Millionen Personen weltweit haben mit eben diesem Schicksal zu kämpfen.

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Besonders häufig kommt Zwangsarbeit in Sektoren vor, denen nicht allzu viele Regeln auferlegt sind – in der Agrikultur oder im Fischfang etwa. Oft findet Sklaverei dieser Form auch an risikobehafteten Arbeitsplätzen wie Minen statt, an die sich kein anderer begeben möchte. Zur Zwangsarbeit gehören außerdem auch Jobs wie etwa solche in der Verpackungsindustrie – bekannte Onlineanbieter wie etwa Amazon machten bereits schon dafür Schlagzeilen, Mitarbeiter unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen schuften zu lassen. Weiters zählen auch sexuelle Dienstleistungen, etwa Prostitution, sowie auch diverse illegale Tätigkeiten zur Zwangsarbeit.

Zwangsarbeit klingt zwar sehr danach, als würde ein Arbeitsaufseher seine Angestellten mit einer Peitsche beaufsichtigen, allerdings sehen die Bedrohungen, mit denen sich die Betroffenen konfrontiert oft auch ganz anders aus.

Zwangsarbeit tritt vor allem dort auf, wo Armut und hohe Joblosigkeit herrschen. Auch schwache Gesetzeslagen und Wirtschaft, die auf besonders billige Arbeitskräfte angewiesen ist, können das Vorkommen der Zwangsarbeit in seiner Häufigkeit durchaus beeinflussen. Besonders häufig sind Minderheiten von der Zwangsarbeit betroffen, die eher am Rande der Gesellschaft stehen. Migranten zum Beispiel, die die Sprache des Landes, in dem sie sich befinden, nicht wirklich beherrschen und vollkommen auf ihren Arbeitgeber angewiesen sind, werden oft für die Zwangsarbeit rekrutiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass es dabei Frauen und Kinder trifft, ist höher als die, dass Männer der Zwangsarbeit zum Opfer fallen.

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Allerdings kann es auch ganze Familien treffen, wie etwa die von Nelson aus Brasilien. In seinem Heimatort gab es viele Dürreperioden, die seinen dortigen Landbesitz nahezu nutzlos machten, um Nahrungsmittel oder Wasser zu gewinnen. Daher beschloss er, zusammen mit seiner Frau, seiner Tochter, seiner Nichte und ein paar Freunden Arbeit auf einer etwas entfernter gelegenen Kaffeefarm zu suchen. Dass dies jedoch ein großer Fehler war, wurde ihnen sehr schnell bewusst: Die Unterkunft, in der sie leben sollten, war nichts weiter als eine verrottende Bruchbude ohne Betten, Matratzen, Küche oder Toilette. Obendrein mussten sie täglich elf Stunden lang arbeiten, ohne dabei auch nur einen Cent als Bezahlung zu erhalten. Nicht einmal etwas zu trinken hatten sie, da es auf der Kaffeefarm kein fließendes Wasser gab.

Ganze drei Monate lang war die Familie in dieser Situation gefangen, bis Nelson schließlich in die Stadt ging, um Essen zu suchen und dort den Ortsverband der Gewerkschaft um Hilfe bat. Dieser informierte das Arbeitsministerium, das Nelson und seine Familie schlussendlich aus ihrer schrecklichen Lage befreite.

Arbeitsrechte und Menschenrechte in Österreich gehören bewahrt. Doch dies ist leider nicht immer der Fall. Gut, dass es Kampagnen wie SEZONIERI gibt, welche sich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen IN ÖSTERREICH einsetzen, um für die Rechte der Erntearbeiter_innen zu kämpfen. Schauen Sie vorbei und wirken Sie mit: http://www.sezonieri.at/

 

Quellen:

https://www.antislavery.org/slavery-today/forced-labour/

https://www.ituc-csi.org/IMG/pdf/guide_forced_labour_EN.pdf

https://www.youtube.com/watch?v=d9m7d07k22A

https://www.theguardian.com/global-development/2017/jul/29/slept-floor-flat-near-harrods-stories-modern-slavery

http://www.sezonieri.at/

Beitragsbild: ©Quang Nguyen vinh auf Pixabay

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