Sklaverei: Kinderarbeit

In einer idealen Welt gäbe es keine Kinderarbeit. Jedes Kind hätte die Möglichkeit, zur Schule zu gehen und nach den Hausaufgaben mit seinen Freunden spielen zu können. Leider sieht die Welt derzeit aber alles andere als perfekt aus: Im Gegenteil zu dieser Wunschvorstellung, in der alle Kinder sorglos ihrem Alltag nachgehen können, ist es oft so, dass sie ihren Eltern unter die Arme greifen müssen, um nicht in Geldprobleme zu rutschen. Kann es also sein, dass Kinderarbeit nicht immer etwas Schlechtes ist?

Xavier Gillet, Bordeaux, France (xavier33300 on flickr) / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

In vielen Regionen auf der Welt ist es leider so, dass es Eltern nicht möglich ist, genug Einkommen zu verdienen, um ihre Familie über Wasser zu halten. Je mehr Kinder sie haben, desto knapper wird das Geld schließlich, und oft ist die einzige Lösung dafür, dass auch diese arbeiten müssen, um genug Essen auf den Tisch zu bekommen. Würde man also Kindern aus solchen Armutsverhältnissen verbieten, zu arbeiten, so würde man der ganzen Familie einen Teil ihres Budgets wieder wegnehmen, das diese zum Überleben braucht. Anstatt dass man den Kindern also einen Gefallen damit tun würde, sie von ihrer Arbeit zu befreien, würde man vielmehr Schaden damit anrichten, der für viele Familien in diesen armutsbetroffenen Regionen nicht leicht zu begleichen ist.

Natürlich ist es indiskutabel, dass Kinderarbeit eine Notwendigkeit ist, die überhaupt nicht bestehen sollte – ganz zu schweigen davon, dass kein Kind seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellen müssen sollte, um nicht hungrig zu Bett zu gehen. Dennoch muss aber unterschieden werden zwischen Kinderarbeit, die den Kindern schadet und solcher Arbeit, von der sie möglicherweise sogar profitieren können. Während es zwar Arten von Arbeit gibt, die das Wohl der Kinder gefährdet und unter anderem auch Gesundheitsrisiken mit sich bringt, gibt es auch Fälle, in denen Kinderarbeit als akzeptabel angesehen werden kann. Hindert die Arbeit die Kinder nicht daran, in die Schule zu gehen und stellt keine Bedrohung für deren Gesundheit an, so kann man diese als eher unbedenklich bezeichnen. Während es selbstverständlich sehr kontrovers ist, Kinderarbeit „unbedenklich“ zu nennen, so muss man auch in Erwägung ziehen, dass das Arbeiten durchaus auch zur persönlichen Entwicklung der Kinder beitragen kann und zeitgleich auch ihrer Familie zugute kommt. Dass die Kinder dafür in ihrer Freiheit eingeschränkt werden und dementsprechend nicht mit derselben Unbeschwertheit aufwachsen, die etwa die meisten Kinder hier in Europa erleben, ist dennoch ein beklagenswerter Umstand.

Shanjoy / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)

Um es auch Kindern aus solchen Armutsverhältnissen zu ermöglichen, ihre Kindheit völlig auszukosten und keine Lasten tragen zu müssen, für die sie eigentlich noch zu jung sind, ist es dringend erforderlich, das Problem an der Wurzel zu packen. Stattdessen muss es für die Eltern realistisch sein, auch ohne die Unterstützung ihrer Kinder genügend Geld zu verdienen, um für ihre Familie aufzukommen. Ist dies erst einmal garantiert, so ist es schließlich möglich, die Kinderarbeit weitgehend zu eliminieren, ohne zu riskieren, dadurch ganze Familien in Notsituationen zu stürzen.

 

Quellen:

https://www.theguardian.com/global-development/datablog/2015/jun/12/five-myths-about-child-labour-world-day-against

http://eprints.lse.ac.uk/6652/1/Is_Child_Work_Necessary.pdf

https://www.antislavery.org/slavery-today/child-slavery/

Beitragsbild: ©Julien Harneis / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

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