Sekten: Wer wird besonders oft Opfer von Sekten?

„Einer Sekte beitreten? Nie im Leben, so blöd bin ich garantiert nicht!“ – so denken zumindest die meisten Menschen. Tatsächlich ist der Großteil der Bevölkerung nicht sonderlich anfällig dafür, die radikalen Ideologien und Weltanschauungen von Sekten zu übernehmen. Das heißt allerdings nicht, dass diese Mehrheit auch automatisch jederzeit und gegen jede Art der Sekten immun ist. In Wahrheit hat es nämlich nicht sonderlich viel mit der Intelligenz oder dem bestimmen Menschentyp einer Person zu tun, ob diese nun eher einer Sekte beitreten würde als andere oder nicht.

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Vielmehr hängt die Anfälligkeit für die Versprechen einer Sekte mit der eigenen Lebensweise, dem psychischen Befinden und der gesellschaftlichen Entwicklung zusammen. So vieles kann einem im Leben passieren, das einen – zumindest vorübergehend – leichter zu beeinflussen macht. Beispielsweise kann man gerade entgegen aller Erwartungen gefeuert worden sein oder musste feststellen, dass man im momentanen Job absolut nicht glücklich ist. Vielleicht wurde man auch kürzlich mit einer schweren Krankheit diagnostiziert, die nach momentanem medizinischen Stand schwer zu heilen ist. Möglicherweise hat man auch eine schwere Trennung hinter sich oder hat einen nahestehenden Menschen verloren. Was auch immer die individuelle Ausgangslage nun sein mag, hat man einen schweren Schicksalsschlag erhalten, so fragt man sich schnell einmal: Wie soll es mit meinem Leben denn jetzt weitergehen?

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Auf diese Frage haben Sekten natürlich immer die passende Antwort – den Beitritt. Gerade Menschen in schweren Lebenslagen, die viel eher eine Selbsthilfegruppe, professionelle Beratung oder Therapie brauchen würden, sind für Sekten besonders attraktiv. Je düsterer diesen Personen das Leben gerade scheint, desto ansprechender scheinen nämlich die Versprechungen der Sekten. Der Gedanke an einen Neuanfang, an eine Möglichkeit, alles hinter sich zu lassen und zu den Auserwählten zu gehören, die den wahren Sinn des Lebens kennen, wirkt da durchaus verlockend. Die Vorstellung, Sorgen und wichtige Entscheidungen an einen vermeintlich allwissenden Anführer abgeben zu können, klingt oft ebenfalls sehr entlastend. Und ohne es wirklich zu merken, ist man schon dabei, in die Tiefen der Sekten abzudriften – das allerdings nicht aus Zufall, sondern deswegen, weil Sekten dieses schleichende Heranholen oft sehr genau planen.

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Hierbei muss man auch anmerken, dass es viele verschiedene Arten von Sekten gibt und es je nach Persönlichkeit der Betroffenen welche gibt, denen sie eher in die Arme laufen als anderen. Besonders ehrgeizige und erfolgsorientierte Menschen sind beispielsweise oft mehr an Sekten interessiert, die ihnen versprechen, ihr geistiges Potential zu erhöhen und auf ein Maximum zu bringen. Tendenziell nach außen Orientierte, die gern aktiv sind, finden hingegen häufig Bewegungen mit Inhalten wie missionarischen Tätigkeiten oder dem Auftreten als Prediger anziehender. Währenddessen entdecken nach innen Gewandte in vielen Fällen eher meditative Guru-Bewegungen für sich.

Hier lässt sich eine gute Checkliste finden, um abzuwägen, ob es sich bei einer bestimmten Gruppe möglicherweise um eine Sekte handeln könnte.

 

Quellen:

https://praxistipps.focus.de/was-ist-eine-sekte-einfach-erklaert_102187

https://www.infosekta.ch/was-ist-eine-sekte/sektenmerkmale/

https://www.grin.com/document/94975

https://www.service-bw.de/lebenslage/-/sbw/Sekten+und+Psychogruppen-5000411-lebenslage-0

https://blog.derbund.ch/hugostamm/index.php/39/warum-ist-der-mensch-sektenanfaellig/comment-page-1/

https://www.blja.bayern.de/service/bibliothek/fachbeitraege/checklistesekten.php

Beitragsbild: Foto von Charles Deluvio auf Unsplash

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