Quellen gehören überprüft

Fake News gab es schon immer. Lange vor der Erfindung des Internets, und auch bevor es Zeitungen und Bücher gab. Sie sind kein Phänomen der heutigen Zeit und schon gar nicht auf Donald Trumps alleinigem Mist gewachsen. Jahrhunderte vor ihm bedienten sich Herrscher bereits der Unwahrheit, schufen alternative Fakten, um schneller an ihre Ziele zu gelangen, die Gegner so effektiv wie möglich „aus dem Weg zu räumen“. Darunter auch Pharao Ramses der II. einer der mächtigsten Männer seiner Zeit. Die Schlacht bei Kadesch gegen die Hethiter jedoch verlor er. Dennoch ließ sich der geschlagene Pharao in Ägypten feiern. Er habe gesiegt, erklärte er damals, und ließ den falschen Triumph sogar noch in Stein meißeln.

Geflunkert wurde aber nicht nur bei weltlichen Herrschern. Auch die Päpste machten sich das geschickte Verdrehen der Wahrheit zunutze. So behaupteten die Kirchenfürsten, Kaiser Konstantin habe ihnen mit der sogenannten Konstantinischen Schenkung die Macht über Rom, Italien sowie das weströmische Reich übertragen. Noch Jahrhunderte später nutzen sie diese Urkunde, um territorialen Anspruch zu erheben, stützten ihre Macht auf eine Schenkung, die es in Wahrheit nie gegeben hatte. Alternative Fakten schuf auch Colin Powell, der ehemalige amerikanische Außenminister unter US-Präsident George W. Busch, als er 2003 vor dem UN-Sicherheitsrat behauptete, der Irak besäße Massenvernichtungswaffen und Amerika müsse umgehend eingreifen.

 

So geht Medien – ein Angebot von ARD, ZDF und Deutschlandradio.

Fake News gibt es scheinbar überall und schon immer. In der Politik, der Wirtschaft. Im Alltag. Ob Mundpropaganda, schriftliche Fälschungen, Manipulation an Ton-, Bild- oder Filmmaterial, die Themen sind ebenso divers, wie die Technik, mit der sie in Umlauf gebracht werden. Sie dienen dem Machterhalt, ziehen die Gegenseite in den Schmutz, während Urheberinnen und Urheber selbst in hellem Licht erstrahlen. Dabei geht es um Manipulation, darum den Menschen die Unwahrheit zu erzählen, ohne dass diese je dahinter kommen.

Richtige und falsche Gewinnspiele
Doch es sind nicht nur Politikerinnen, Staatsmänner, die Granden in den Parlamenten, die das mit der Wahrheit nicht immer ganz so ernst nehmen. Auch Firmen, Unternehmen, Geschäfte haben ihre Tricks, wissen, wie sie ihre Kundinnen und Kunden um den Finger wickeln, an sich binden können. Mit einem Klick, einem Like, dem Eingabefeld für die E-Mailadresse, einer einfachen Kundenkarte. Im Gegenzug versprechen sie uns E-Books, Vergünstigungen, ein Probeabo, die Teilnahme an einem vielversprechenden Gewinnspiel. Auf den ersten Blick wirkt das großzügig, ja beinahe selbstlos. Hinter den Kulissen jedoch sieht das alles schon ganz anders aus. Kaum ein Unternehmen verschenkt  heute selbstlos, also ohne Eigennutzen seine Ware. Hinter all diesen Lockvögeln stecken Strategien, Taktiken, ausgeklügelte Marketingpläne. Denn es gibt heute Dinge, die weitaus wertvoller sind, als Gummibärchen, Probefläschchen, Hefte und Co. – unsere Daten. Und nur darum geht es, wenn Firmen Gewinnspiele ausschreiben, Kundenkarten verteilen, den neuesten Rabattcode veröffentlichen. Durch Likes und Klicks wissen sie, wer wir sind, kennen unsere Interessen, Vorlieben, haben automatisch Zugang zu unseren Profilen. Anhand von Kundenkarten können Firmen auswerten, was wann und wie gekauft wurde. Mit solchen Informationen erstellen sie anschließend  auf uns zugeschnittene Angebote, Werbung die wiederum zum Kauf anregen sollen. Mit der E-Mail-Adresse läuft das ähnlich. Mit einem Mal sind wir durchsichtig, gläsern, haben unsere Interessen, das Privatleben, unsere Pläne billig, für ein paar Werbegutscheine verschenkt.

Glaub nicht alles, was du liest
Wir sollten aufpassen, wem und was wir glauben, ein klein wenig kritischer sein, uns erst einmal genau informieren, dahinter schauen. Ganz gleich ob Nachrichten oder Angebote. Und weil wir nicht alles immer gleich wissen können, gibt es Menschen, die sich genau damit befassen. Mit richtigen und falschen Gewinnspielen, Fake News und der nackten Wahrheit eben. So auch der Verein Mimikama. Das Ziel: Internetmissbrauch, Internetbetrug und Falschmeldungen zu untersuchen bzw. aufzudecken. Wer sich bei einer Meldung also nicht sicher ist, kann sich an den Verein wenden oder aber auf deren Website stöbern.

Quellen
Die berühmtesten Fake News der Geschichte – Eine Doku von Terra X
Fake Gewinnspiele – Mimikama

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