Prävention: Was ist eigentlich Zivilcourage?

Besonders gut lässt sich Zivilcourage in folgenden Worten beschreiben: Einschreiten, wenn andere wegsehen. Im Großen und Ganzen fasst dies das Prinzip der Zivilcourage sehr gut zusammen, auch, wenn natürlich einiges mehr dahinter steckt. Nimmt man es ganz genau, so bedeutet Zivilcourage wörtlich „Bürgermut“, also mutiges Verhalten im Alltag. Der Mut, um den es dabei geht, erfordert vor allem eines: Dass eine Person sich für eine andere einsetzt, auch, wenn dabei für sie selbst ein Risiko besteht. Um ein Beispiel zu nennen, kann dies etwa bei Mobbing der Fall sein, bei dem eine außenstehende Person einschreitet und sich auf die Seite des Opfers stellt, beziehungsweise diesem den Rücken stärkt.

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Auch, wenn „Bürgermut“ besonders heldenhafte Taten zu implizieren scheint, so muss man doch unterscheiden, wo der Mut aufhört und wo der Wagemut beginnt. Ist eine Situation etwa bereits dermaßen eskaliert, dass das Einschreiten auch für die Person, die Zivilcourage zeigt, eine größere Gefahr darstellt (zum Beispiel im Falle einer Schlägerei), ist kurzes Innehalten angesagt. Hierbei muss man natürlich abwägen, auf welche verhältnismäßige Weise man eingreifen kann, ohne die Situation noch weiter zu verschlimmern. Mit welchen Risiken muss man rechnen, wenn man einfach so auf den Täter zugeht? Sollte man lieber mehr Leute auf das Geschehen aufmerksam machen und gemeinsam etwas unternehmen? Wäre es vielleicht klüger, die Polizei zu rufen?

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In komplizierten Situationen ist es oft schwer, auf diese Fragen schnell eine Antwort zu finden und richtig zu handeln, auch, wenn man den Mut dazu besitzt. Zivilcourage ist etwas, das gelernt sein will. Aus diesem Grund gibt es Workshops wie etwa „Wehr dich – aber richtig!“, welcher vom Friedensbüro Graz angeboten wird. In diesem wird mit den SchülerInnen unter anderem besprochen, was genau Zivilcourage eigentlich genau bedeutet und in welchen Lagen diese eventuell bereits selbst Zivilcourage gezeigt haben. Besonders betont wird dabei, wie wichtig es ist, hinzuschauen, wenn jemandem Unrecht getan wird, anstatt einfach wegzuschauen und den Vorfall zu ignorieren – immerhin macht das beste Training zu Zivilcourage keinen Sinn, solange die SchülerInnen keinen Anlass sehen, dieses auch einzusetzen. Außerdem wird mit den SchülerInnen im Anschluss auch zivilcouragiertes Verhalten in unterschiedlichen Situationen ausprobiert, in denen es wichtig ist, anderen Menschen aus Eigeninitiative zur Hilfe zu kommen.

Auch ZARA (Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit) ist eine sehr gute Anlaufstelle, wenn es um das Thema Zivilcourage geht. Hier werden zahlreiche Workshops angeboten, in denen die TeilnehmerInnen lernen, wie man mit Angriffen und Angst umgehen kann, wie man im Netz oder in der Öffentlichkeit in „unangenehmen“ Situationen eingreifen kann, aber auch, wo die eigenen Grenzen liegen. Auch wichtig ist etwa, die Situationen einzuschätzen, wie anhand des Gewaltbarometers, bei dem die SchülerInnen überlegen sollen, für wie gewalttätig sie diese befinden. Hier kann man die unterschiedlichen Workshops für SchülerInnen von ZARA einsehen, außerdem gibt es auch Zivilcourage-Training für Erwachsene, das sich ebenfalls auf der Website finden lässt.

 

Quellen:

https://www.buergergesellschaft.de/praxishilfen/konfliktloesung/hintergrundtexte/zivilcourage/

https://www.koerperverletzung.com/zivilcourage/#Welche_Formen_der_Zivilcourage_koennen_unterschieden_werden

https://www.jugendundmedien.ch/fileadmin/user_upload/BitteMischDichEin_10056.pdf

http://www.friedensbuero-graz.at/angebote/gewaltpraevention-im-schulischen-kontext/schlagfertigkeit-und-zivilcourage/

https://www.zara.or.at/de

Rassismus-Report-ZARA

Beitragsbild: ©Public Co auf Pixabay

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