Prävention: Sucht

In eine Sucht hineinzurutschen, kann für Jugendliche sehr einfach sein. Vielleicht beginnt es damit, dass sie es genießen, auf Partys so lange trinken zu können, bis die Welt für einen Moment völlig unbeschwert und verschwommen wirkt. Vielleicht auch damit, dass sie sich im Kreis mit Freunden auch mal eine Zigarette anstecken aus Neugier, was denn die anderen daran finden. Vielleicht geraten sie aber auch in eine ganz andere Art der Sucht, die der Essstörungen. So individuell die Umstände jedoch auch sein mögen – sind sich die Jugendlichen dessen bewusst, wie sie mit Symptomen von Abhängigkeit umgehen sollen, so können sie oft noch rechtzeitig gegensteuern, bevor es zur ausgereiften Sucht kommt.

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Eine Suchterkrankung ist nichts, das schnell entsteht – ganz im Gegenteil, oft braucht es für eine Sucht sogar Jahre, um sich zu entwickeln. Was zunächst vielleicht noch als Genussmittel wahrgenommen wurde, zum Beispiel Alkohol, wird über einen längeren Zeitraum hinweg schließlich in ungesunden Ausmaßen konsumiert. Verhaltensweisen, wie etwa der Fokus auf eine gesunde Ernährung, die zunächst noch sehr positive Auswirkungen haben, können mit der Zeit immer obsessiver ausgeübt werden und schlussendlich das ganze Leben der Betroffenen einnehmen. Was auch immer das Suchtmittel oder -verhalten ist, erkennbar wird die Sucht an auftretenden Abhängigkeitssymptomen, die entweder physischer oder auch psychischer Natur sein können. Physische Symptome bei Entzug können zum Beispiel Zittern, Schlaflosigkeit oder Übelkeit sein, während psychische Symptome so aussehen, dass die jeweiligen Personen ein solches Verlangen nach dem jeweiligen Suchtmittel verspüren, dass alles andere in ihrem Leben in den Hintergrund rückt. Die Konsequenzen, die eine Sucht haben kann, sind oft verheerend: Einerseits wird der Körper in Mitleidenschaft gezogen, wie etwa die Leber bei übermäßigem Alkoholkonsum, andererseits muss auch die Psyche der Betroffenen und ihr soziales Umfeld darunter leiden, wie etwa beim Rückzug aus der Gesellschaft im Falle einer Essstörung. Nicht nur das, außerdem verleiten Abhängigkeiten Personen unter manchen Umständen auch dazu, kriminelle Taten auszuüben, wie etwa das Stehlen von Geld, um neue Suchtmittel zu besorgen oder das direkte Entwenden von diesen.

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Die Suchtpräventionsstelle VIVID, für deren Inhalte die Caritas und die Volkshilfe zuständig sind, hat es sich daher zum Ziel gesetzt, Sucht zu verhindern, bevor sie überhaupt entsteht. Vorrangig wird dafür mit MultiplikatorInnen gearbeitet, also mit PädagogInnen, JugendarbeiterInnen und anderen, die sich beruflich mit Kindern und Jugendlichen beschäftigen. Diesbezüglich können die MultiplikatorInnen etwa fachliche Beratung erhalten, was den Umgang mit Sucht betrifft. Derzeit gibt es aufgrund von Einsparungen in der Primärprävention leider keine Angebote zu Projekten an Schulen, allerdings lassen sich hier mehrere Flyer finden, die verschiedenste Arten der Sucht, zum Beispiel auch die Spielsucht und die Nikotinsucht, thematisieren. Außerdem besteht die Möglichkeit, online Infomaterial zu bestellen, welches auf der Homepage angeboten wird.

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Sollte es bereits schon zum Konsum von Suchtmitteln bei Jugendlichen gekommen sein, so gibt es auch den sekundärpräventiven Zweig „NEXT STEP“ der Drogenberatung des Landes Steiermark, der Unterstützung leisten kann. Zu den Angeboten gehört an erster Stelle ein mindestens viermonatiges Trainingsprogramm zur Drogenberatung in Gruppen, bei der Jugendliche oder junge Erwachsene unter anderem Informationen zu den gesetzlichen Bestimmungen von Suchtmitteln erhalten und auch verschiedene Suchtursachen und Suchtprozesse erarbeiten. Darüber hinaus setzen sie sich außerdem mit dem eigenen Suchtverhalten auseinander und arbeiten daran, Strategien ins eigene Leben zu integrieren, die der Abhängigkeit entgegenwirken sollen. Weiters bietet NEXT STEP auch die Einzelberatung von Jugendlichen, sowie auch die von Angehörigen und LehrerInnen an. Auch, was die Supervision und Organisationsentwicklung angeht, also etwa die Entwicklung von Unterstützungsprogrammen für suchtgefährdete Burschen und Mädchen an Schulen, wird man bei NEXT STEP fündig. Schlussendlich gibt es für PädagogInnen und Eltern auch noch die Möglichkeit, eine Fortbildung zu besuchen, auf der sie erlernen können, Merkmale von Suchtgefährdung und Risikofaktoren zu erkennen und diesen mit konstruktiven Handlungs- und Verhaltensstrategien entgegenzukommen.

 

Quellen:

https://www.gesundheit.steiermark.at/cms/beitrag/11643462/72561738

https://www.vivid.at/

https://www.drogenberatung.steiermark.at/cms/beitrag/10909901/29026244

Beitragsbild: ©Free-Photos auf Pixabay

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