Prävention: Sexualisierte Gewalt

Sexualisierte Gewalt ist ein eher unangenehmes Thema, über das oft geschwiegen wird, obwohl es im Alltag sehr wohl präsent ist. Damit gemeint sind sämtliche Übergriffe sexueller Natur, mit denen die betroffenen Personen nicht einverstanden sind. Ob es nun um die sexuelle Belästigung von Frauen oder gar die Vergewaltigung von Kindern geht – fest steht, dass Handlungen dieser Art nicht nur klarer Machtmissbrauch und Zeichen von Aggression sind, sondern auch in jedem Fall unterbunden werden müssen. Um das zu erreichen, gibt es zahlreiche Projekte und Workshops, bei denen sich die Teilnehmer intensiv mit sexualisierter Gewalt auseinandersetzen und im Zuge dessen sensibilisiert werden, was dieses Thema angeht.

Die Prävention sexueller Gewalt klingt sehr danach, als würde sie vor allem Extreme wie etwa Vergewaltigungen in den Mittelpunkt stellen. Dabei gibt es sehr viel mehr, das damit gemeint ist – wie etwa das simple In-der-Lage-sein, unerwünschten Berührungen ein bestimmtes „Nein“ entgegenzubringen oder auch ebendieses Nein zu akzeptieren. Sehr vieles, das in den Bereich Prävention von sexueller Gewalt fällt, hat vor allem damit zu tun, seine eigenen Grenzen kennenzulernen und auch die Grenzen anderer wahrzunehmen und zu respektieren.

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Leider ist es so, dass man tatsächlich nie früh genug anfangen kann, wenn es um die Prävention von sexueller Gewalt geht. Deswegen gibt es zum Beispiel das Programm „Mein Körper gehört mir“, wobei es sich um ein interaktives, dreiteiliges Theaterstück handelt, das an Volksschulen gezeigt wird. Zunächst beginnt das Programm mit einem Informationsabend für Eltern und LehrerInnen, bei dem auch die drei Teile des Stücks vorgeführt werden, um auf die Thematik des sexuellen Missbrauchs einzugehen und auf die Notwendigkeit von präventiver Erziehung aufmerksam zu machen. Anschließend werden die einzelnen Teile mit jeweils einer Woche Abstand in den 3. und 4. Volksschulklassen gezeigt und danach mit den Kindern besprochen. Dabei wird ihnen vermittelt, wie wichtig es ist, „Nein“ sagen zu können, ihrem eigenen Gefühl zu vertrauen und sich Hilfe von Erwachsenen zu holen.

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Noch eines dieser Projekte ist „Abenteuer Liebe“, das von der Katholischen Kirche Steiermark ins Leben gerufen wurde. Hierbei handelt es sich um eine ganze Reihe von Workshops, bei denen sich Jugendliche im Alter von neun bis siebzehn Jahren mit ihrem Körper und ihrer Sexualität beschäftigen und gleichzeitig lernen, die Grenzen anderer zu respektieren. In Form von Rollenspielen und interaktiven Methoden werden die Jugendlichen unter anderem dazu angeregt, darüber nachzudenken, wer sie als angehende Frauen oder Männer werden wollen und wie sie sich verhalten sollten, um in Zukunft gesunde zwischenmenschliche Beziehungen zu führen. Allerdings bietet „Abenteuer Liebe“ nicht nur Workshops für junge Mädchen und Burschen an: Auch für Erwachsene gibt es Angebote, wie etwa das Pornographie-Präventions-Paket zum richtigen Umgang mit sexuellen Inhalten im Internet, die ihnen das nötige Wissen übermitteln, das sie in der sexualpädagogischen Arbeit mit Jugendlichen brauchen.

Ein weiteres Präventionsprojekt ist „Heroes“, welches sich vor allem an Burschen und junge Männer richtet, die aus sogenannten Ehrenkulturen stammen. Dabei steht vor allem im Fokus, dass diese ihre Wertvorstellungen kritisch hinterfragen, die sie von ihrer Herkunftsgesellschaft vermittelt bekommen haben. Insbesondere setzen sich die Teilnehmer dieses Projekts mit Themen wie Gleichberechtigung, Frauenrechten und der Unterdrückung von Frauen aufgrund von „Ehre“ auseinander, was ihnen dabei hilft, sich in ihrer Weltanschauung weiterzuentwickeln. Ziel dieses Projekts ist es, dass die Teilnehmer über ihre Einstellung zu Tradition und Ehre reflektieren, wovon nicht nur sie selbst, sondern auch vor allem Mädchen und Frauen profitieren.

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Schließlich gibt es auch noch den Verein Hazissa, der auf die Prävention von sexualisierter Gewalt spezialisiert ist. Der Verein bietet außer verschiedenen Workshops für Kinder und Jugendliche auch Schulungen für Eltern und PädagogInnen an, um die Akzeptanz und Tabuisierung sexualisierter Gewalt zu verringern. Dabei wird betont, dass dabei sowohl die Opferprävention als auch die Täterprävention eine große Rolle spielen und in gleichem Ausmaß stattfinden müssen.

 

Quellen:

https://www.gewaltinfo.at/fachwissen/formen/sexualisiert/

https://www.apschner.at/seminare/jugendliche-und-kinder/umfassende-sexualerziehung-projekt-abenteuer-liebe

http://www.abenteuer-liebe.at

https://vmg-steiermark.at/de/heroes/projekt

https://www.aktiv4u.at/programme/mein-koerper-gehoert-mir/

https://www.hazissa.at/index.php/willkommen/

Beitragsbild: ©Mihai Surdu auf Pixabay

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