Fluchtursache: Klimawandel

Es scheint beinahe schon absurd, dass Menschen in ausgerechnet die Länder flüchten, die für ihr Unheil zu einem großen Teil verantwortlich sind. Sehr viele Flüchtlinge haben unter dem Klimawandel zu leiden und müssen daher ihre Heimat verlassen, da sie vielerorts nicht mehr bewohnbar ist. Eingriffe in die Natur von Menschenhand, steigende Temperaturen und daraus folgende Katastrophen haben dafür gesorgt.

Tatsächlich wurde sogar schon 2009 auf dem Weltklimagipfel vom damaligen Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen vorhergesagt, dass der Klimawandel eines Tages zum Hauptfluchtgrund werden könnte. Noch liegt dieser um einiges hinter Krieg und Gewalt als häufigstem Grund – doch der Klimawandel ist ein Problem, das die Menschheit noch weit in die Zukunft verfolgen wird und ein Drahtzieher für weitere Fluchtgründe werden kann.

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Man denke zum Beispiel an die Rodung der Regenwälder oder die Verseuchung des Grundwassers, welche hauptsächlich von Industrieländern verursacht werden – vielen Menschen gehen so ihre Lebensgrundlagen verloren, die sie anderswo suchen müssen. Doch die Erde bietet nicht endlos viele Ressourcen, weswegen es auf kurz oder lang zu Konflikten kommt, was Wasser, Nahrungsmittel und Weideland angeht. Viele Flüchtlinge mussten aufgrund mangelnder Quellen zum Überleben ihr Zuhause verlassen und waren an den Orten, an denen es noch genug Reserven gab, nicht willkommen.

Aber selbst, wenn man zu den Glücklichen gehört, die sich inmitten der Regionen behaupten können, die stark vom Klimawandel betroffen sind, heißt das nicht, dass man automatisch sicher ist. Naturkatastrophen sind nämlich der nächste Grund, der Menschen aus diesen Gebieten zur Flucht zwingt.

Und dabei müssen das nicht einmal Katastrophen sein, die aus dem Nichts heraus kommen: Leute, die nahe am Wasser leben, werden häufig durch den steigenden Meeresspiegel dazu gezwungen, ihre Häuser zu verlassen und woanders neu anzufangen. Ganze Siedlungsgebiete gehen auf die Art und Weise verloren.

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Was jedoch nicht heißt, dass es nicht auch genügend Katastrophen gibt, die plötzlich erscheinen. Erdrutsche oder Überschwemmungen sind zum Beispiel zwei davon – dort, wo breite Waldgebiete gerodet wurden, gibt es dann auch nicht mehr viel, das diese aufhalten kann. Natürlich kann auch das Gegenteil, lang anhaltende Trockenzeiten, ein riesiges Problem werden, das Ackerland komplett unbrauchbar machen kann.

Extreme Wetterverhältnisse sind ebenfalls ein Phänomen, das man dem Klimawandel zuschreiben kann: Wirbelstürme und Sturmfluten sind in vielen Regionen keine Seltenheit mehr. Die immer weiter steigenden Temperaturen sind in Kombination dazu eindeutig nichts, das zur Verbesserung beiträgt.

Alleine schon im Jahr 2017 gab es ganze 18,8 Millionen Menschen, die aufgrund klimabedingter Umstände fliehen mussten – und nachdem der Klimawandel mit einer Geschwindigkeit fortschreitet, die selbst die Schätzungen einiger Wissenschaftler übersteigt, wird diese Zahl auch noch größer werden. So könnte es sein, dass wir es 2050 dann mit insgesamt 200 Millionen Klimaflüchtlingen zu tun haben werden, während auch die übrigen Länder schon mehr von den steigenden Temperaturen mitbekommen.

Regionen, aus denen Flüchtlinge mit diesem Hintergrund kommen, sind etwa Länder wie Bangladesch, in denen viele Häuser am Meer liegen, die mit der Zeit unbewohnbar geworden sind. Auch viele Inseln im Südpazifik und die Länder der Sahelzone in Afrika sind besonders betroffen von den Auswirkungen des Klimawandels.

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Doch auch, wenn es klingt, als könne es noch lange dauern, bis auch wir hier in Europa etwas von der Veränderung des Klimas mitbekommen, abgesehen von den steigenden Temperaturen – auch wir könnten schneller betroffen sein, als uns lieb ist. In Amerika ist es beispielsweise bereits so weit, dass Leute ihre Heimat aufgrund klimabedingter Zerstörungen verlassen müssen.

Kalifornien bekam im Sommer 2018 anhand riesiger Flächenfeuer zu spüren, welche Einflüsse das wärmer werdende Klima auf die ohnehin schon warme Jahreszeit haben kann. Leute wie Michelle Teixeira verloren dabei ihre Häuser und all ihr Hab und Gut, ganze 85 Personen kamen dabei sogar ums Leben.

Nach ihrer Flucht vor den riesigen Bränden waren Michelle und ihre Familie dazu gezwungen, in einen Wohnwagen zu übersiedeln, den sie mit Geld bezahlten, das sie mühsam mithilfe von Freunden und Verwandten zusammenkratzen mussten. Die Wohngelegenheiten in ihrer Gegend waren auch vor dem Feuer schon rar – nun, da auch die Häuser vieler ihrer Nachbarn abgebrannt sind, ist die Nachfrage rapide gestiegen und es gibt so gut wie keine Angebote zum Wohnen mehr.

Zusammen mit vier weiteren Familien, die den Lauffeuern entflohen sind, haben die Teixeiras nun also ein Camp gegründet, in dem sie leben, bis sie ihre Häuser wieder aufgebaut haben.

 

Quellen:

https://www.medico.de/umweltzerstoerung-und-klimawandel-16500/

https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/fluchtursachen/klimawandel/

https://theintercept.com/2018/12/29/climate-change-refugees/

https://www.medico.de/umweltzerstoerung-und-klimawandel-16500/

https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/fluchtursachen/klimawandel/

Beitragsbild: © Pete Linforth auf Pixabay

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