Erneuerbare Energien: Windkraft

Jetzt, wo es draußen erstaunlich schnell immer kälter wird, ärgert man sich vor allem über ihn: Den Wind. Dabei ist auch dieser ein Phänomen der Natur, das man hervorragend zur Energieerzeugung verwenden kann. Doch wie sieht es damit eigentlich in der Praxis aus? Windräder sieht man ja immer wieder beim Vorbeifahren – aber wie gut steht es denn um diese Art des Ökostroms?

Zunächst einmal noch kurz etwas zum allgemeinen Aufbau der Windenergie. Diese ist – wie auch die Biomasse – zu einem gewissen Teil abhängig von der Sonnenenergie. Immerhin sind Luftströme verschiedenen Wärmegrads notwendig, damit Wind überhaupt entstehen kann. Ist es dann so weit gekommen, machen sich die Windkraftanlagen die Bewegungsenergie der Luftströmung zunutze. Der Rotor, der durch den Wind in Drehung versetzt wird, treibt daraufhin mittels Drehachse einen Stromgenerator an.

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So weit so gut, das Prinzip der Windenergie ist im Grunde eines der simpleren. Allerdings scheitert es oft aufgrund mangelnder Bedingungen an der Umsetzung: Zonen, in denen die Leistungsdichte nicht die Mindestgrenze von 180 Watt pro m² in 100 Meter über Grund übersteigt, werden gleich von Anfang an ausgeschlossen. Es sieht nicht nur ein wenig unästhetisch aus, aufgrund der niedrigen Leistungsdichte Unmengen an Windkraftanlagen zu errichten, sondern bringt auch wirtschaftlich nicht unbedingt große Vorteile mit sich. Trotzdem hat das Land Steiermark es schließlich geschafft, sich auf 6 Vorrangzonen und 9 Eignungszonen festzulegen, in denen die Errichtung von Windkraftanlagen konzentriert werden soll. Diese liegen vor allem im alpinen Bereich, wo besonders günstige Bedingungen für die Windenergie herrschen.

Ziel des Landes ist das Anwachsen der Windkraft auf 1000 MV, und das bis 2030, wenn denn das Sachprogramm Windenergie erfolgreich durchgeführt wird. Momentan können etwa 4,5 Prozent des steirischen Energiebedarfs mit Windstrom von rund 100 Windrädern abgedeckt werden. Da die bisherigen Erfahrungen mit dem natur- und landschaftsverträglichen Ausbau der Windenergie überwiegend positiv ausgefallen sind, wurde bereits auch die Errichtung von weiteren Windparks bewilligt.

Allerdings gibt es eine Sache, die noch ausgebessert gehört, um die Windenergie tatsächlich zu einer komplett risikofreien Energiequelle zu machen: Der Gebrauch von Schwefelhexafluorid (SF6). Dieses ist nämlich das stärkste bekannte Treibhausgas, wird jedoch dennoch als Isoliergas in elektrischen Schaltanlagen eingesetzt, da es hervorragende chemische Eigenschaften aufweist: Günstig, einfach herzustellen, nicht brennbar und ungiftig. Während sich Stromleitungen in größeren Windanlagen auch mit ganz normaler Luft isolieren lassen, ist es bei kleineren Werken notwendig, das Gas einzusetzen. Laut Martin Fliegenschnee, dem Sprecher der österreichischen Windbranche, ist dies jedoch völlig unbedenklich: Sicherheitsvorkehrungen sorgen dafür, dass kein SF6 entweicht und dieses bei einem technischen Defekt allenfalls in einen dafür vorgesehenen Behälter fließt. So weit ist es in der ganzen österreichischen Windkraftgeschichte bisher noch nie gekommen – trotzdem forscht man derzeit nach Alternativen, etwa umweltfreundlicheren Gasen wie Fluoronitrilen oder Hydrofluorolefinen, um auf Nummer Sicher zu gehen.

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Leider ist SF6 nicht das einzige Problem, das im Zusammenhang mit der Windkraft auftritt: Diese kann nämlich auch Vögel und Fledermäuse negativ beeinträchtigen. Windkraftanlagen, die an Gewässern und in Wäldern errichtet werden, sorgen durch ihre ungünstigen Standorte für ein erhöhtes Kollisionsrisiko. Auch die Größe der Windparks trägt dazu bei, dass es mehr Unfälle in Zusammenhang mit der Windkraftnutzung gibt. Wichtig ist also, bei der Modernisierung der Windkraftanlagen Rücksicht auf mögliche Kollisionsopfer zu nehmen, indem man sich beim Ausbau vor allem auf Standorte konzentriert, die eher unattraktiv für Vögel und Fledermäuse sind. Auch bestimmte bauliche Vorrichtungen wie Gittermasten und oberirdische elektrische Leitungen sollten eher vermieden werden, um die negativen Auswirkungen auf die Tiere einzudämmen.

 

Quellen:

https://www.erneuerbare-energie.at/windenergie

http://www.landesentwicklung.steiermark.at/cms/beitrag/12636051/141975683/

http://www.landesentwicklung.steiermark.at/cms/dokumente/12636051_141975683/edd344b8/Sapro%20Wind_Publikation%20HP_.pdf

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190411_OTS0083/die-zukunft-der-windkraft-in-der-steiermark

https://www.derstandard.at/story/2000110532359/schwefelhexafluorid-wie-sauber-istwindkraft-wirklich

https://bergenhusen.nabu.de/forschung/windenergie-und-voegel/index.html

Beitragsbild: ©Free-Photos auf Pixabay

Ein Kommentar

  • Barbara Kasper

    Liebe Miriam,

    ich möchte Dir einfach zu Deinem Blog gratulieren! Ich lese ihn immer wieder gern, er ist informativ und sprachlich sehr einnehmend.

    Liebe Grüße

    Barbara

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