Bildung: Was versteht man eigentlich darunter?

Was genau ist eigentlich Bildung? Eine Frage, die zunächst überflüssig und leicht zu beantworten scheint. Doch denkt man einmal darüber nach, so stellt man schnell fest, dass sich nicht so einfach eine einheitliche Definition für den Begriff der Bildung finden lässt. Mehr noch: Tatsächlich gibt es überhaupt gar keine solche Definition, da Bildung ein sehr individuelles Konzept ist. Ist es das Lernen in der Schule? Ist es das Aneignen gewisser Charaktereigenschaften im Laufe des Lebens? Oder ist Bildung gar etwas ganz Anderes?

Die drei wohl häufigsten Begriffe, die Leuten beim Begriff Bildung in den Sinn kommen, sind Wissen, Intellektualität und Kultiviertheit. Auch Intelligenz ist ein Schlagwort, das sehr oft fällt, wenn man von Bildung spricht. Dies sind jedoch allesamt Dinge, die man nicht wirklich messen kann. Testet man beispielsweise Wissen, so überprüft man eher die Merkfähigkeit einer Person, und möchte man Intelligenz über IQ-Tests bestimmen, so erfährt man vielmehr die Aufmerksamkeitsspanne und Konzentrationsfähigkeit eines Menschen. Wie soll man da denn aber Bildung festlegen, wenn sich so schwer sagen lässt, wer denn jetzt gebildet ist und wer nicht?

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Orientiert man sich am Humboldtschen Ideal, so lässt sich sagen, dass Bildung ein Prozess ist, durch den Menschen ihre individuelle Persönlichkeit entwickeln können. Das heißt also, das es hier eben nicht nur um reines Wissen geht – in der Tat steht Bildung für die geistige, kreative und moralische (Weiter-)Entwicklung aus Vernunft und Freiheit. All dies lässt sich unter folgenden drei Zielen, an denen sich auch Bildungsmaßnahmen orientieren sollten, gut zusammenfassen: Als erstes Ziel wären da die Fähigkeiten der Lebens- und Alltagsbewältigung, für das zweite Ziel stehen Verantwortungsbewusstsein, Kompromiss- und Friedensfähigkeit und das dritte Ziel umfasst schließlich Kreativität und Selbstbeherrschung.

Strebt man also Bildung an, so trifft auf einen sehr wahrscheinlich der Begriff des Lebenslangen Lernens zu, das alles Lernen und die Verbesserung von Wissen, Qualifikationen sowie Kompetenzen während des gesamten Lebens umfasst. Das Lebenslange Lernen ist also ein Überbegriff für alle Formen des Lernens, durch das man ebendieses Aneignen und Weiterbilden von Wissen erreichen kann.

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Zu diesen gehört etwa die formale Bildung (noch einmal unterteilt in Primär-, Sekundar-, Postsekundar- und Tertiärstufe), zu der Ausbildungen mit staatlich anerkannten Abschlüssen wie etwa Lehrabschluss, Matura oder Abschlüsse an einer Universität zählen. Weiters gibt es auch die nicht-formale Bildung, mit der alle Lernaktivitäten gemeint sind, die in einem institutionalisierten Rahmen stattfinden (ausgenommen natürlich diese, die bereits zur formalen Bildung zählen). Das können nun Vorträge, Sprachkurse oder Verkaufstrainings sein, aber auch Kosmetikseminare, Reitstunden oder Malkurse. Außerdem wäre da noch das sogenannte informelle Lernen, das das bewusste – also nicht nur beiläufige – Lernen beschreibt, das praktisch überall stattfinden kann. Dazu gehören etwa das Lernen von FreundInnen oder Familienmitgliedern, das Lesen von fachbezogenen Büchern und Zeitschriften sowie auch der Besuch von Lernzentren. Die letzte Form des Lernens ist schließlich das zufällige oder beiläufige Lernen. Dabei geht es darum, dass sich neben den zu lernenden Inhalten auch noch andere Informationen eingeprägt werden, die gar nicht das eigentliche Ziel des Lernens waren. Dies tritt zum Beispiel dann auf, wenn man nach einer bestimmten Information googelt, sich beim Durchstöbern der Internetseiten aber auch weitere Inhalte merkt.

 

Quellen:

https://www.bildungsxperten.net/wissen/was-ist-bildung/

https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/bildung-100060#head2

https://www.wko.at/service/zahlen-daten-fakten/Daten-Bildung.html

https://lexikon.stangl.eu/5079/inzidentelles-lernen/

Beitragsbild: Foto von NeONBRAND auf Unsplash

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