Afrika – Unternehmenswelt der Frauen

Was den Anteil an Unternehmen angeht, die von Frauen geleitet werden, ist sind die Staaten Afrikas vielen anderen weit voraus: Vor allem im Osten Afrikas sind überwiegend Frauen an der Spitze der Unternehmen. Verglichen mit anderen Unternehmen weltweit liegt der westafrikanische Staat Ghana ganz oben: Mit 46,4% weiblicher Unternehmensinhaber schlägt Ghana Russland, das mit 34,6% und somit doch einem beachtlichen Abstand an zweiter Stelle steht.

Tatsächlich ist aber vor allem Ostafrika dem Nahen Osten um einiges voraus: Nicht nur ist es gleich wahrscheinlich für Frauen, ein Unternehmen zu starten, wie für Männer, auch ist die kulturelle Anerkennung von Geschäftsfrauen mit beispielsweise 69,1% in Uganda und 67,2% in Nigeria deutlich über dem nahöstlichen Durchschnitt von 41,3%.

Diese starke Emanzipation von Frauen in Unternehmen wurden durch den Mastercard Index of Women‘s Enterpreneurship (MIWE), der 2018 ermittelt wurde, dadurch erklärt, dass Geschäftsführerinnen in Entwicklungsländern besonders von Ehrgeiz und Entschlossenheit angetrieben werden. Außerdem hat der MIWE gezeigt, dass die Geschäftsfrauen in Afrika das Grundgerüst für den ökonomischen Aufschwung und wirtschaftlichen Fortschritt sind.

Besonders herausstechende Beispiele, die eine hohe Rate an erfolgreichen Businessfrauen vorzuweisen haben, sind Botswana, Ghana und Uganda. Die Frauen dort meistern es besonders oft, die richtige Balance zwischen Arbeitseifer und auch dem Sorgen für ihre Familie zu finden. Obwohl in vielen Fällen die Ressourcen, mit denen die Frauen ihre Unternehmen starten, zunächst beschränkt sind und sie oft mit finanziellen oder technischen Mängeln zu kämpfen haben, so haben doch viele die Willenskraft, diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Es wird angenommen, dass die Rate der weiblichen Unternehmensleiter noch mehr steigen wird, wenn mehr Initiativen ergriffen werden, die den Frauen mehr Startmöglichkeiten bieten können. Bis jetzt gibt es zum Beispiel die Mikrokredite, die von Banken an ihre Kunden verliehen werden, um ein selbstständiges Unternehmen starten zu können. So würde es den Frauen den Start ihres Business weitaus erleichtern, wenn sie die Option hätten, im Vorhinein das notwendige Training zu erhalten, das erforderlich ist, um sich in der Finanzwelt zurechtzufinden.

Doch auch ohne Unterstützung durch Spezialisten haben es afrikanische Frauen an die Wirtschaftsspitze geschafft: Njeri Rionge zum Beispiel begann schon mit 19, in Kenias Hauptstadt Nairobi Joghurt an Schulen zu verkaufen. Schon bald begann sie, auch Kleidung zu verkaufen und andere kleinere Unternehmen zu starten. Auch im IT-Bereich wurde sie tätig: So ist Njeri Rionge die Mitgründerin von Wananchi Online, einem Internetserviceanbieter, ist, der auch heute noch der führende Anbieter der Region ist. Darüber hinaus kümmerte sie sich auch noch um einige andere Unternehmen, wie etwa Ignite Consulting (eine erfolgreiche Businessberatung), Ignite Lifestyle (Healthcare-Beratung) und Business Lounge (eines von Kenias größten Gründerzentren).

Auch Folorunsho Alakija ist inzwischen eine von Afrikas erfolgreichsten Businessfrauen: Ursprünglich startete sie ihre Karriere als Sekretärin, doch sie gab ihren Job bald auf, um in England Fashion-Design zu studieren. Nach ihrer Rückkehr in ihr Heimatland gründete sie schließlich Supreme Stitches, ein Unternehmen, das Kleidung für “Elitefrauen” in Nigeria herstellte. Nicht nur Mode trug zu ihrem großen Erfolg bei, Folorunsho Alakija besitzt nämlich zusätzlich noch ein Ölunternehmen, Famfa Oil, außerdem investiert sie in Grundvermögen.

 

Quellen:

https://newsroom.mastercard.com/mea/press-releases/africa-a-world-leader-in-women-business-owners-mastercard-index-of-women-entrepreneurs/

https://newsroom.mastercard.com/wp-content/uploads/2018/03/MIWE_2018_Final_Report.pdf

https://www.forbesafrica.com/investment-guide/2017/10/31/rise-african-woman/

https://www.africa.com/top-african-female-business-leaders/

Beitragsbild: ©maxpixel.net

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